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Fachbeitrag des Monats: Explosionsschutz im Betriebsalltag

Einmal im Monat veröffentlicht das Fachportal „IAD – Industriearmaturen & Dichtungstechnik“ einen exklusiven Fachartikel aus dem aktuellen Heft. Diesen Monat geht es in dem Beitrag darum, warum die richtige Absperrtechnik der Schlüssel für sichere Schüttgutprozesse ist.

von | 18.09.25

Explosionsschutz in der Schüttguttechnik erfordert mehr als die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.
Quelle: EBRO
Fachbeitrag des Monats: Explosionsschutz im Betriebsalltag

Feine Pulver, explosive Atmosphären, komplexe Prozesse – die Anforderungen an Armaturen in der Schüttguttechnik sind hoch. Und das aus gutem Grund. Wo brennbare Stäube in Verbindung mit Luftsauerstoff auf potenzielle Zündquellen treffen, kann unter ungünstigen Bedingungen eine Explosion ausgelöst werden. Anlagenbetreiber stehen daher unter wachsendem Druck. Sie müssen nicht nur die technischen und normativen Anforderungen an den Explosionsschutz erfüllen. Sie müssen auch für einen reibungslosen Materialfluss sorgen – unter oft schwierigen Bedingungen. Das gelingt nur mit Komponenten, die nicht nur die technischen Mindeststandards erfüllen, sondern im Detail durchdacht sind sowie langfristig flexibel und zuverlässig arbeiten.

EBRO ARMATUREN bietet mit der Taktschleuse TS und den zentrischen Absperrklappen Z011 und Z014 praxisnahe Lösungen. Diese haben sich seit Jahren in der Schüttguttechnik bewährt. Das Unternehmen bringt nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine umfangreiche Projekterfahrung mit. Worauf es dabei im Detail bei explosionsentkoppelten Systemen im industriellen Alltag wirklich ankommt, und welche konstruktiven Merkmale den Unterschied machen, zeigt dieser Beitrag.

Die Verarbeitung von staubförmigen Schüttgütern birgt für viele Branchen eine besondere Herausforderung. Feine, brennbare Pulver können in Verbindung mit dem Luftsauerstoff und einer wirksamen Zündquelle explodieren. Um Unfälle zu vermeiden und Prozesse sicher zu gestalten, sind speziell geprüfte Armaturen unerlässlich. EBRO ARMATUREN hat mit der Taktschleuse TS sowie in Verbindung mit den zentrischen Absperrklappen Z011 und Z014 bewährte Lösungen für den explosionsentkoppelnden Einsatz in der Schüttguttechnik entwickelt.

Zentrische Absperrklappen Z011 und Z014: Zuverlässiger Explosionsschutz

Die EBRO-Absperrklappen der Baureihen Z011 und Z014 sind optimal für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen mit Staubatmosphäre. Diese zentrischen Klappen sind gemäß ATEX-Richtlinie für die Kategorien 1G/D, 2G/D und 3/GD zertifiziert. Zudem erfüllen sie höchste Sicherheitsanforderungen im industriellen Einsatz. Sie ermöglichen den zuverlässigen Betrieb in Anlagen, in denen explosionsfähige Staub-Luft-Gemische oder auch hybride Gemische aus Staub und Gas auftreten können. Damit bieten sie eine praxisgerechte Lösung für sicherheitskritische Prozesse, wie sie etwa in der Schüttguthandhabung in der Lebensmittelverarbeitung, in der Pharma- und Chemieindustrie, sowie der Batterieproduktion vorkommen.

Ein entscheidender Vorteil dieser Baureihen ist das totraumarme Design, das gezielt Ablagerungen von Produkten oder Stäuben verringert. Die Geometrie der Dicht- und Dichtungsflächen sorgt dafür, dass Medienreste leichter ablaufen können.

Für den Explosionsschutz entscheidend sind die leitfähigen Manschetten der Klappen, die in den Werkstoffen EPDM, NBR oder FKM verfügbar sind. Diese gewährleisten eine kontrollierte Ableitung elektrostatischer Aufladungen und verhindern die Entstehung gefährlicher Zündrisiken. Die Eignung der Elastomere nach FDA und/oder EG 1935/2004 ist nachgewiesen und zertifiziert.

Erfolgreiche Prüfung nach DIN EN 14460

Die Klappen erfüllen dabei die Vorgaben der EN ISO 80079-36 und -37, welche die spezifischen Anforderungen an nicht-elektrische Geräte in explosionsgefährdeten Atmosphären regeln. Ein fest integrierter Potenzialausgleich sorgt dafür, dass alle leitfähigen Bauteile mit der Rohrleitung zuverlässig geerdet sind und somit der Explosionsschutz ganzheitlich umgesetzt wird. Die Baureihen sind in Zwischenflansch-, Anflansch- und Doppelflansch-Ausführung verfügbar und ermöglichen so maximale Flexibilität bei der Integration in bestehende Anlagen und Rohrleitungssysteme. Für den Außenbereich sind Sonderausführungen in diversen Edelstählen oder Gusswerkstoffen mit speziellen Beschichtungen verfügbar, um besonderen Einsatzbedingungen oder Kundenwünschen entsprechen zu können.

Taktschleuse TS zur Austragung von Schüttgütern und staubförmigen Medien. (Quelle: EBRO)

Taktschleuse TS zur Austragung von Schüttgütern und staubförmigen Medien. (Quelle: EBRO)

Neben den mechanischen Komponenten sind auch die verfügbaren Antriebe – pneumatisch oder elektrisch – ATEX-konform ausgeführt. Diese Antriebe können mit verschiedenen Optionen ausgestattet werden, darunter Stellungsrückmelder oder Endschalterboxen, die ebenfalls für explosionsgefährdete Bereiche zugelassen sind. Alle Antriebskomponenten sind auf einen sicheren Betrieb unter explosionsgefährdeten Bedingungen abgestimmt und erlauben eine präzise sowie zuverlässige Steuerung der Klappenpositionen. Damit wird eine vollständige Prozessintegration in automatisierte Systeme ermöglicht.

Für maximale Sicherheit im Ex-Bereich sind die Baureihen Z011 und Z014 nach DIN EN 14460 geprüft. Diese Norm bestätigt die Druckstoßfestigkeit nichtelektrischer Geräte bei innerer Explosion. Das bedeutet: Sollte es zu einer Explosion mit einem Druckanstieg bis 10 bar kommen – etwa vergleichbar mit einer Propanentzündung – bleibt die Armatur funktionsfähig und hält dem mechanischen Beanspruchungsprofil stand.

Taktschleuse TS: sichere Ex-Entkopplung und präzise Dosierung

Die Taktschleuse TS stellt eine weitere innovative Lösung von EBRO dar. Diese ist speziell für Anwendungen in der Schüttguttechnik mit besonderen Anforderungen an den konstruktiven Explosionsschutz konzipiert. Die TS erlaubt eine sichere Entkopplung zweier Anlagenbereiche durch den Einsatz von zwei gasdichten Armaturen, die über eine Zwischenkammer verbunden sind. Ziel ist es, den Übergang von Materialien zwischen verschiedenen Druck- oder Ex-Zonen zu ermöglichen, ohne eine gefährliche Verbindung herzustellen.

Bei der explosionsentkoppelnden Ausführung wird durch konstruktive Maßnahmen sichergestellt, dass mindestens eine der beiden Armaturen geschlossen ist. So werden Druckstöße, Flammenfronten oder Zünddurchschläge, die bei einer Explosion entstehen könnten, zuverlässig zurückgehalten. Auch das Risiko einer Explosionstransmission auf angrenzende Anlagenteile sinkt deutlich.

Die TS verfügt über eine Baumusterprüfung für den Einsatz in hybriden Gemischen und bis zur Staubklasse 3 und ist für Differenzdrücke bis zu 10 bar geeignet. Die Zwischenkammer kann optional mit Inertgas geflutet oder gezielt entgast werden, um das Zündrisiko zusätzlich zu minimieren und eine sichere Verarbeitung auch von brennbaren Stäuben oder empfindlichen Pulvern zu ermöglichen.

Erhältlich in Nennweiten von DN 50 bis DN 1200, bietet die TS vielseitige Einsatzmöglichkeiten in verschiedensten Industrien. Intelligente Steuerungskomponenten, wie z. B. Füllstandsensoren, Positionsüberwachungen und automatisierte Zyklussteuerung, sorgen für eine prozesssichere Dosierung und gewährleisten auch bei hohen Anforderungen einen zuverlässigen und effizienten Betrieb. Die TS kann sowohl in kontinuierlichen Prozessen als auch in Batch- Anwendungen eingesetzt werden.

Praxisnahe Lösungen für höchste Sicherheit und Prozessqualität

Der Einsatz der ATEX-konformen Absperrklappen Z011 und Z014 in der individuell konfigurierbaren Taktschleuse TS erlaubt eine effektive Zonentrennung sowie eine sichere Materialübergabe in explosionsgefährdeten Schüttgutprozessen. Die eingesetzten Armaturen bieten dabei eine überzeugende Mischung aus robuster Bauweise, elektrostatischer Sicherheit, modularer Anpassbarkeit und langlebiger Funktion.

Industrien wie die Lebensmittelverarbeitung, die pharmazeutische Produktion, die chemische Industrie oder die Batterieherstellung profitieren besonders von dieser Kombination: zum einen werden Explosionsrisiken minimiert, zum anderen passt sich das EBRO-Werkstoffportfolio perfekt dem jeweiligen Prozess an. Damit werden Kontaminanten verhindert, Stillstandzeiten reduziert und Qualitätsstandards erhöht.

Durch den gezielten Einsatz dieser Produkte leisten Unternehmen einen entscheidenden Beitrag zur sicheren und wirtschaftlichen Produktion in Ex- Bereichen – und profitieren gleichzeitig von der umfangreichen Projekterfahrung, dem technischen Support sowie den maßgeschneiderten Lösungen, die EBRO als Partner im Bereich Industriearmaturen und Explosionsschutz bietet.

Andreas Kühn

Applikation Manager Schüttguttechnik

EBRO ARMATUREN Gebr. Bröer GmbH

 

 

Martin Kunigk

Konstruktion, Produktzulassung & CE Koordinator

EBRO ARMATUREN Gebr. Bröer GmbH

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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