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Vom Azubi-Schreibtisch in die Führungsetage

Karrieren beginnen manchmal im Kinderzimmer. Carina Borzek tauschte früh Puppen gegen Bausteine – und legte damit unbewusst den Grundstein für ihren Aufstieg in der Armaturenbranche. Was damals nach kindlicher Neugier aussah, war die ungeplante Marschrichtung für eine beachtliche Laufbahn. Einst Azubi bei ADAMS Armaturen, heute Mitglied der Geschäftsführung.

von | 27.11.25

Carina Borzek hat sich mit Engagement und Ausdauer von der Auszubildenden zu einer tragenden Säule des Unternehmens entwickelt.
Quelle: ADAMS Armaturen

Carina Borzek hat sich mit Engagement und Ausdauer von der Auszubildenden zu einer tragenden Säule des Unternehmens entwickelt. In unserem Interview spricht sie über Klemmbausteine und Karriere. Über Technik und Teamgeist, Unterstützung und Durchhaltevermögen. Eine Mutmacherin für angehende Führungsfrauen.

Frau Borzek, Ihr beruflicher Weg begann kaufmännisch – heute bewegen Sie sich sicher in einer technischen Welt. Wann wurde Ihnen klar, dass Sie in dieser Branche richtig sind?

Carina Borzek: Eigentlich war es gar nicht mein ursprünglicher Plan, „technisch“ zu arbeiten. Meine berufliche Laufbahn ist klar kaufmännisch geprägt. Mit meinem Bruder habe ich oft die Lego-Technik-Sets aufgebaut, und es hat mir Freude gemacht, zu sehen, wie Einzelteile am Ende ein funktionierendes Sys­tem ergeben. Diese Denkweise prägt mich auch heute noch im Beruf. Die Faszination für Strukturen und Funktionsweisen war also durchaus da. Ich habe vor rund 19 Jahren meine kauf­männische Ausbildung bei ADAMS begonnen – also bewusst in einem technischen Umfeld. Schon damals wurde mir schnell klar, dass das genau der richtige Weg für mich ist: mit kauf­männischem Know-how in einer Branche zu arbeiten, die von Technik geprägt ist.

Wie verlief Ihr Weg von der Ausbildung zur heutigen Position?

Carina Borzek: Ich habe die Ausbildung zur Industriekauffrau gewählt – nicht zuletzt, weil meine Eltern denselben Beruf erlernt haben. Nach meiner Ausbildung habe ich bei ADAMS wertvolle Berufserfahrung gesammelt, mich kontinuierlich wei­terentwickelt, berufsbegleitend meinen Bachelor absolviert und bin so Schritt für Schritt in verantwortungsvollere Aufgaben hineingewachsen. Heute arbeite ich an der Schnittstelle zwi­schen kaufmännischen Prozessen und technischer Industrie. Dieser Weg war das Ergebnis harter Arbeit, Eigeninitiative und klarer Zielsetzung. Umso mehr schätze ich das Vertrauen und die Unterstützung der Gesellschafter, die mir in entscheidenden Momenten Spielräume eröffnet haben.

Was ist es, dass Sie an der Industriebranche besonders fasziniert – die Technik, die Produkte oder die Prozesse dazwischen?

Carina Borzek: Mich begeistert, dass die Industrie etwas Greif­bares schafft. Man arbeitet nicht an abstrakten Ideen, sondern an Produkten und Lösungen, die wirklich gebraucht werden. Die Prozesse sind komplex und spannend, weil man mit vielen Schnittstellen zu tun hat – von der Produktion über den Vertrieb bis hin zu internationalen Märkten.

Me-Time mit der Familie (ADAMS Armaturen)

Me-Time mit der Familie (ADAMS Armaturen)

Wie haben Sie sich das technische Wissen angeeignet, das Sie heute in Ihrer Position brauchen?

Carina Borzek: Zum einen durch praktische Erfahrung, zum anderen durch die enge Zusammenarbeit mit technischen Kollegen, die mir viel beigebracht haben. Ich bin jemand, der am besten „on the job“ lernt, indem ich Fragen stelle, genau hinhöre und Zusammenhänge nachvollziehe.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus – wenn es so etwas überhaupt gibt?

Carina Borzek: Mein Alltag ist sehr vielfältig. Er reicht von klas­sischer kaufmännischer Steuerung über Prozessoptimierung bis hin zu Abstimmungen mit technischen Abteilungen. Mal geht es um Zahlen, mal um Strategien, mal um das Lösen ganz praktischer Herausforderungen. Kein Tag ist wie der andere, und genau das macht es spannend.

Die Industrie war lange Zeit männerdominiert. Wie erleben Sie das heute – und welche Hürden sehen Sie für Frauen in dieser Branche?

Carina Borzek: Die Industrie ist nach wie vor männerdomi­niert. Ich empfinde es nicht als Hindernis. Vielmehr sehe ich es als Chance, mit einer anderen Perspektive wahrgenommen zu werden und Strukturen mitzugestalten. Und ja, manches Mal scheitern Frauen in dieser Branche. Meiner Erfahrung nach lag es selten am Können, sondern eher am fehlenden Umfeld – sei es durch unflexible Strukturen im Unternehmen oder fehlende Unterstützung im privaten Bereich. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Rahmenbedingungen stimmen.

Der private Background – ein wichtiger Punkt. Wie haben Sie sich organisiert?

Carina Borzek: Meine Familie war immer unterstützend. Mein Job wäre ohne diesen Rückhalt nicht möglich. Mein Mann über­nimmt viele Aufgaben, die traditionell eher der Mutter zuge­schrieben werden. Dazu kommen meine Mutter und meine Schwägerin, eigentlich die ganze Familie, die stark in die Kin­derbetreuung eingebunden sind.

Welche Ziele treiben Sie heute an – beruflich wie privat?

Carina Borzek: Mir ist es wichtig, Strukturen zu schaffen, die langfristig tragen. Beruflich möchte ich Prozesse so gestalten, dass sie effizient und zukunftsfähig sind. Persönlich ist mein Ziel, Beruf und Familie so zu vereinbaren, dass meine Kinder später sagen können: „Mama war da“ – und gleichzeitig stolz auf das sind, was ich erreicht habe.

Mit dem Team aufs Treppchen: Carina Borzek und ein Mitarbeiter vonADAMS bei einem Drachenbootrennen (ADAMS Armaturen)

Mit dem Team aufs Treppchen: Carina Borzek und ein Mitarbeiter von
ADAMS bei einem Drachenbootrennen (ADAMS Armaturen)

Wie schaffen Sie den Ausgleich zum intensiven Berufsleben?

Carina Borzek: Meine Freizeit gehört in erster Linie meiner Familie. Ich genieße die Zeit mit meinen Kindern, und das sehr bewusst. Berufliche Themen versuche ich dann außen vor zu lassen.

Und zum Abschluss bitten wir Sie um ein paar Tipps für die technisch interessierten Frauen da draußen. Was würden Sie Ihnen raten?

Carina Borzek: Sich ihrer eigenen Stärken bewusst zu sein – und diese selbstbewusst einzubringen. Man muss nicht jede technische Detailfrage beantworten können, um erfolgreich zu sein. Wichtig ist, die eigene Rolle zu kennen, sich weiterzubil­den und gleichzeitig ein gutes Netzwerk aufzubauen. Entschei­dend ist, den eigenen Weg zu gehen und dabei authentisch zu bleiben – statt zu versuchen, jemand anderen zu kopieren. Mut, Dinge auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln, ist dabei oft der Schlüssel zum Erfolg. Fehler sind kein Rückschlag, sondern eine Chance, daran zu wachsen und es beim nächsten Mal besser zu machen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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