Armaturen sind nicht unbedingt für ihre Entertainerqualitäten bekannt. Doch auf LinkedIn beweist Jörg Spitzli, Verkaufstechniker bei der Avintos AG, dass auch Kugelhähne, Absperrklappen und Co. durchaus „personality“ haben können.
Mit Kreativität und einer guten Portion KI-Humor, lässt er Armaturen sprechen, bastelt Comics und begeistert inzwischen mehrere Tausend Follower. Wir fanden, wer Kugelhähne zum Reden bringt, sollte auch selbst zu Wort kommen. Also haben wir bei Jörg Spitzli nachgefragt.
Seit wann sind Sie in der Armaturenbranche zuhause?
Jörg Spitzli: Ursprünglich habe ich Haustechnikplaner gelernt. Nach meiner Lehre bin ich zur Avintos AG gekommen und der Armaturenbranche bis heute treu geblieben. Inzwischen bin ich 50 Jahre alt und arbeite seit rund 25 Jahren als Verkaufstechniker im Innendienst für die Zentralschweiz. Man könnte also sagen, dass ich mittlerweile die Hälfte meines Lebens mit Armaturen verbringe.
Gerade diese lange Erfahrung macht den Reiz meines Berufs aus. Ich habe unzählige Produkte, Anwendungen und Kunden kennengelernt und merke bis heute, wie abwechslungsreich diese Branche ist. Hinter jeder Armatur steckt eine technische Aufgabe oder eine spannende Anwendung – und genau das fasziniert mich nach wie vor.
Ihre Beiträge zeigen, dass Armaturen für Sie weit mehr als nur ein Produkt sind. Wie entstand die Idee, ihnen auf LinkedIn eine Bühne zu geben?
Jörg Spitzli: Die Inspiration kam tatsächlich von meinen Kindern. Durch sie habe ich gesehen, wie selbstverständlich heute kurze Videos und kreative Inhalte konsumiert werden. Irgendwann habe ich mich gefragt: Warum sollte das nicht auch mit Armaturen funktionieren?
Als wir bei Avintos vor rund zweieinhalb Jahren unsere LinkedIn-Aktivitäten ausbauen wollten, habe ich einfach angefangen zu experimentieren. Heute entstehen meine Beiträge oft ganz spontan im Lager oder in der Werkstatt, wo ich mit dem Smartphone kleine Videoclips aufnehme. Bearbeitet werden sie häufig auf der Busfahrt zur Arbeit oder in der Mittagspause.
KI hilft mir dabei, Ideen schneller umzusetzen. Entscheidend sind aber nicht die Werkzeuge, sondern die Mischung aus Fachwissen, Kreativität und Regelmäßigkeit. Die Menschen interessieren sich nicht nur für Produkte, sie wollen Geschichten, Erfahrungen und die Menschen hinter der Technik kennenlernen. Genau das versuche ich mit meinen Beiträgen zu zeigen.
Wenn Sie einer Armatur tatsächlich eine Stimme geben könnten, welche Armatur wäre das und was würde sie sagen?
Jörg Spitzli: Ganz klar einem Kugelhahn. Dieses Produkt begleitet mich seit vielen Jahren, und schon seine Bauform hat für mich Charakter. Er wirkt robust, zuverlässig und entschlossen.
Wenn er sprechen könnte, würde er vermutlich ganz trocken sagen: „Ich bin nicht hier, um Eindruck zu machen. Ich bin hier, um dicht zu halten.“
Das bringt für mich ziemlich gut auf den Punkt, worum es in unserer Branche geht. Gute Armaturen stehen selten im Rampenlicht. Sie machen einfach zuverlässig ihren Job, oft über viele Jahre hinweg. Vielleicht steckt genau darin ihre eigentliche Stärke.
Danke für das Gespräch, Jörg Spitzli und weiterhin viel Erfolg.







