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Metallisch dichtender Kugelhahn bis 420 bar

Für den Einsatz in verfahrenstechnischen Anlagen hat AS-Schneider einen speziellen metallisch dichtenden Kugelhahn entwickelt. Denn extreme Betriebsbedingungen mit Temperaturen bis 450 °C und Drücken bis 420 bar erfordern bei Kugelhähnen eine besondere Dichtungstechnologie. Normale, weichdichtende Kugelhähne sind solchen Anforderungen nicht gewachsen. Ihre Kunststoffdichtungen würden versagen.

von | 30.05.20

Funktionsprinzip Kugelhahn Um die Dichtheit der Kugel zum Kugelsitz sicher zu stellen, reicht eine relativ geringe Anpresskraft aus, da aufgrund des Konstruktionsprinzips mit ansteigendem Druck die Anpresskraft automatisch erhöht wird. Um jedoch die Dichtheit der Kugelsitze zum Gehäuse hin zu ermöglichen, sind für hohe Drücke auch hohe Kräfte erforderlich, um die Graphitdichtung entsprechend zu verpressen. Diese Kräfte werden oft durch ein Einschraubstück oder durch den Zusammenbau des Kugelhahngehäuses mithilfe von Schraubverbindungen auf die Einbauteile aufgebracht. Bei einer konventionellen Bauweise erfolgt die Krafteinleitung für die Graphitdichtungen am Kugelsitz zum Gehäuse direkt über die Kugel, wodurch bei steigender Verpressung dieser Dichtung auch die Anpresskraft des Kugelsitzes auf die Kugel erhöht wird. Diese erhöhte Anpresskraft wirkt sich negativ auf das Betätigungsmoment aus. Die Kugel läuft sehr schwer. Daher liegt die Obergrenze von metallisch dichtenden Kugelhähnen bei vielen Herstellern bei 100 bar – denn dann ist die Grenze des maximal Schaltbaren erreicht. Reduziert man die Krafteinwirkung, wird zwar die Betätigung einfacher, jedoch reicht dann die Verpressung der Graphitdichtung am Sitzhalter nicht aus, um zuverlässig bis 420 bar abzudichten. Es entsteht eine Leckage um den Kugelsitz herum.
Funktionsweise – ‚Dissolution‘-Kugelhahn-Konstruktion AS-Schneider entwickelte daher seine sogenannte ‚Dissolution‘-Kugelhahn-Konstruktion. Die patentierte Konstruktion bietet eine optimale Verteilung von Kräften und Belastungen im Kugelhahn, so dass diese nur dort auftreten, wo sie auch tatsächlich benötigt werden. Dadurch kann der Kugelhahn selbst unter hohen Drücken bis 420 bar problemlos leichtgängig betätigt werden. Die zur Abdichtung zwischen Kugelsitz und Gehäuse benötigten hohen Kräfte werden nur auf die entsprechenden Graphitelemente geleitet. Die Kugel selbst wird lediglich durch Tellerfedern belastet, die eine geringe definierte Mindestanpressung der Kugel an den Kugelsitz erzielen. Das Bedienmoment kann somit deutlich reduziert werden, wodurch der Bediener den Kugelhahn leicht betätigen kann. Gleichzeitig bietet diese Konstruktion höchste Dichtheit und Langlebigkeit.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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