Hintergrund der Entwicklung ist die zunehmende regulatorische und gesellschaftliche Diskussion um PFAS. Diese Stoffgruppe steht im Verdacht, sich in Umwelt und Organismen anzureichern. In der Europäischen Union und den USA wird daher über Einschränkungen und Meldepflichten für PFAS-haltige Materialien beraten. Auch PTFE, das in vielen Dichtungen der Chemie- und Lebensmittelindustrie verwendet wird, kann im Herstellungs- und Entsorgungsprozess zur Freisetzung solcher Substanzen beitragen.
Die neue Dichtung mit dem Namen novaone® BLUE wurde von der Frenzelit GmbH entwickelt und basiert auf einem EPDM-Binder in Kombination mit synthetischen Fasern und anorganischen Funktionsfüllstoffen. Sie wurde speziell für anspruchsvolle industrielle Anwendungen konzipiert, darunter auch der Einsatz in alkalischen Elektrolyseuren zur Wasserstofferzeugung. In diesem Bereich sind Materialien gefragt, die sowohl chemisch beständig als auch mechanisch stabil sind und zusätzlich elektrische Isolationseigenschaften bieten.
Breites Temperaturspektrum
Nach Unternehmensangaben zeichnet sich das Material durch eine hohe Dichtheit sowie geringe Kriecheigenschaften aus. Dadurch könne der Wartungsaufwand reduziert werden, ohne Einbußen bei der Dichtleistung in Kauf nehmen zu müssen. Labortests und praxisnahe Anwendungen hätten zudem eine hohe Beständigkeit gegenüber Säuren, Laugen, Lösungsmitteln und oxidierenden Medien gezeigt.
Ein weiterer Vorteil liegt in der breiten Einsatztemperatur von etwa -100 bis 260 Grad Celsius. Damit eignet sich die Dichtung für verschiedene industrielle Prozesse, einschließlich Anwendungen mit Reinigungsverfahren wie CIP und SIP.
PFAS-freie Dichtungen auch für H2-Hochlauf wichtig
Mit Blick auf die Wasserstofftechnologie könnte die Entwicklung eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere in alkalischen Elektrolyseuren gelten hohe Anforderungen an Dichtungsmaterialien, etwa hinsichtlich chemischer Stabilität, geringer Materialverformung und Beständigkeit gegenüber Sauerstoff. Hier sieht das Unternehmen seine Lösung als geeignete Option.
Die Einführung PFAS-freier Alternativen wird von vielen Branchen als wichtiger Schritt hin zu nachhaltigeren Produktionsprozessen betrachtet. Ob und in welchem Umfang sich neue Materialien am Markt durchsetzen, dürfte jedoch auch von regulatorischen Entscheidungen und wirtschaftlichen Faktoren abhängen.







