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Sicher beherrscht: Ventiltechnik für Wasserstoffanwendungen

Wasserstoff entwickelt sich zu einer Schlüsseltechnologie der Energiewende in der Industrie. Doch die Atome des „grünen“ Energieträgers sind die kleinsten und leichtesten aller Elemente. Ihre geringe Größe ermöglicht das Eindringen in viele Werkstoffe und kann dort zu strukturellen Veränderungen führen. Das stellt höchste Anforderungen an alle Anlagen- und Systemkomponenten in der Prozess- und Verfahrenstechnik und damit auch an die Absperr- und Regelventile. Besonders Armaturen aus ferritischen und martensitischen Stählen sind anfällig für die so genannte Wasserstoffversprödung, die zu Materialversagen führen kann.

von | 31.07.25

Gleitschieberventil 8021 und Schrägsitz-Stellventil 7025 mit Wasserstoffmolekülen.
Quelle: Schubert & Salzer

Materialauswahl entscheidet über Sicherheit

Schubert & Salzer will diese Herausforderung mit Gleitschieberventilen aus austenitischen Stählen wie 1.4408 und 1.4404 lösen. Diese Materialien gewährleisten eine sehr hohe Beständigkeit gegen wasserstoffinduzierte Rissbildung. Auch Sitzventile fertigt der Ingolstädter Hersteller speziell für Wasserstoffanwendungen aus Edelstahl 1.4408.

Zudem sind klassische Dichtwerkstoffe wie EPDM oder FKM im Wasserstoffumfeld nicht uneingeschränkt einsetzbar. Um Materialversagen durch eindringenden Wasserstoff vorzubeugen, setzt der Hersteller von Regel- und Absperrventilen auf spezielle Kunststoffe oder – vor allem bei hohen Drücken – auf metallische Dichtungen, um die Integrität dauerhaft und auch bei plötzlichen, starken Druckabfällen sicherzustellen.

Dauerhafte Dichtigkeit beugt Explosionsrisiko vor

Ein hohes Gefährdungspotenzial beim Einsatz von Wasserstoff bildet überdies seine extreme Entzündlichkeit.

Der Explosionsbereich ist mit 4 bis 75 Volumenprozent in der Luft wesentlich größer als bei anderen gasförmigen Energieträgern. Damit steigt die Gefahr der Entstehung einer zündfähigen Atmosphäre immens.

Um dieses Risiko zu vermindern, sind die Gleitschieberventile technisch dauerhaft dicht nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe und erfüllen die Anforderungen der TA-Luft 2021 gemäß EN ISO 15848-1. Spezialausführungen erreichen sogar Gehäuseleckageraten von weniger als 5 · 10⁻⁶ mbar l/s – und sind damit selbst für die Verwendung in geschlossenen Räumen geeignet.

Sitzventile halten dicht

Auch die Sitzventile halten dicht bei Wasserstoffanwendungen. Ausgewählte Varianten entsprechen der Kategorie I der Druckgeräterichtlinie; mit Optionen wie Metallfaltenbalg, Anschweißenden oder Flanschverbindungen bieten sie eine hervorragende Dichtigkeit.

Insbesondere die Typen 7015 und 7025 sind hier mit einem Nachweis der Leckagerate nach TA-Luft bestens geeignet.

„In Wasserstoffanwendungen – egal, ob bei Produktion, Lagerung oder Transport – muss jedes Bauteil auch unter anspruchsvollen Bedingungen absolut zuverlässig funktionieren“, betont Christoph Lukasik, Leiter Konstruktion und Entwicklung bei Schubert & Salzer. „Materialien und Design unserer Regel- und Absperrventile ermöglichen eine langfristig sichere und zugleich wirtschaftliche Nutzung dieser Schlüsseltechnologie im industriellen Maßstab.“

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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