Zellstoff- und Papierindustrie: Armaturen im Härtetest

In einer Zellstoff- und Papierfabrik treten die kritischsten Herausforderungen oft nicht während der Inbetriebnahme auf, sondern erst Monate oder Jahre später. Wenn Anlagen unter Volllast laufen, Temperaturen steigen und aggressive Medien durch die Systeme transportiert werden. Dann wird die Zuverlässigkeit von Komponenten wie Armaturen und Kompensatoren zu einem entscheidenden Faktor für Verfügbarkeit, Sicherheit und wirtschaftlichen Betrieb.

von | 27.07.26

Von KLINGER Türkei hergestellte Dehnungsfugen wurden an eine Zellstoff- und Papierfabrik in Portugal geliefert.
Quelle: Klinger Portugal

Gerade in der Zellstoff- und Papierindustrie sind diese Komponenten anspruchsvollen Bedingungen ausgesetzt. Aggressive Laugen, abrasive Medien bei der Ätzkalkaufbereitung, Kristallbildung in Verdampfungsprozessen sowie starke Temperaturwechsel im Bereich von Rückgewinnungskesseln stellen hohe Anforderungen an Materialien und Konstruktionen.

„Armaturen und Kompensatoren werden selten aufgrund ihrer eigentlichen Funktion kritisch. Die Herausforderungen entstehen durch die Prozessbedingungen, unter denen sie dauerhaft arbeiten müssen“, erklärt Helder Almeida, Sales Manager Fluid Control and Sealing Solutions bei KLINGER Portugal. „Bereits kleine Abweichungen bei der Werkstoffauswahl oder beim internen Armaturendesign können langfristig erhebliche Auswirkungen auf Betriebssicherheit und Wartungsaufwand haben.“

Ein häufiger Schwachpunkt in industriellen Anwendungen ist die Auswahl nicht optimal geeigneter Werkstoffe oder ungeeigneter Ventilsitzkonstruktionen.

Während solche Entscheidungen in der Beschaffungsphase zunächst wirtschaftlich erscheinen können, zeigen sich mögliche Folgen oftmals erst im späteren Betrieb beispielsweise durch erhöhten Verschleiß, Druckverluste oder unerwartete Stillstände.

„Instabiles Betriebsverhalten, übermäßige Druckverluste, beschleunigter Verschleiß oder ungeplante Stillstände sind typische Folgen – jeweils mit direkten Auswirkungen auf Sicherheit, Wartungsaufwand und Produktionsleistung“, so Almeida.

KLINGER Portugal unterstützt Betreiber von Zellstoff- und Papierwerken bei der Auswahl und Auslegung geeigneter Lösungen für anspruchsvolle Prozessbedingungen.

Durch die Kombination aus Anwendungserfahrung und technischem Know-how sollen Armaturen und Dichtungslösungen dazu beitragen, Risiken zu minimieren und die langfristige Verfügbarkeit von Anlagen sicherzustellen.

Denn in einer Branche, in der ungeplante Stillstände hohe Kosten verursachen können, entscheidet die richtige Auslegung oft darüber, ob eine Komponente unauffällig ihren Dienst verrichtet oder zum kritischen Faktor im Produktionsprozess wird.

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