Industriearmaturen übernehmen in der Gebäudetechnik zunehmend Aufgaben, die über das Regeln und Absperren von Medienströmen hinausgehen. Für energieeffiziente Wärme- und Kältesysteme werden Komponenten benötigt, die Messwerte bereitstellen, fernsteuerbar sind und sich in übergeordnete Automations- und Gebäudemanagementsysteme integrieren lassen.
Industriearmaturen als Teil der Gebäudeautomation
Die technische Gebäudeausrüstung umfasst neben der Wärme- und Kälteversorgung unter anderem Wasserversorgung, Druckluft, Brandschutz und Lüftung. Mit steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz wächst zugleich die Bedeutung einer bedarfsgerechten Regelung dieser Systeme. Vernetzte Steuerungen können Energieflüsse überwachen und den Betrieb an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Dadurch verändert sich auch das Anforderungsprofil an Armaturen. Sie müssen beispielsweise Messwerte liefern und fernsteuerbar sein. Diese Daten können anschließend von zentralen Leitsystemen genutzt werden, um Wärme- und Kälteanlagen zu überwachen und zu steuern.
Lebenszyklus von Armaturen rückt stärker in den Fokus
Neben dem Energieverbrauch während des Gebäudebetriebs gewinnt die Umweltwirkung der eingesetzten Komponenten an Bedeutung. Product Carbon Footprint (PCF), Lebenszyklusanalysen (LCA) und Umweltproduktdeklarationen (EPD) werden damit auch für Komponenten der technischen Gebäudeausrüstung relevanter.
Langlebige und wartungsarme Systeme können den Materialverbrauch verringern, weil Komponenten seltener ausgetauscht werden müssen. Damit erweitert sich die Bewertung von Armaturen: Neben Funktion und Regelung können Datenfähigkeit, Integrationsmöglichkeiten und Informationen über den Lebenszyklus an Bedeutung gewinnen.
Gebäudesanierung erhöht Anforderungen an die Regelungstechnik
Insbesondere im Gebäudebestand entsteht zusätzlicher Handlungsbedarf. Die europäische Gebäuderichtlinie EPBD treibt die energetische Weiterentwicklung des Gebäudesektors voran. Dadurch gewinnen Komponenten, die einen effizienteren Anlagenbetrieb ermöglichen und sich in modernisierte Gebäudeautomationssysteme integrieren lassen, an Bedeutung.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur Europa. Auch im Nahen Osten und im asiatisch-pazifischen Raum wächst die Nachfrage nach energieeffizienter Gebäudetechnik, insbesondere nach Kühltechnik und Wasserinfrastruktur. In Nordamerika gewinnen digitale und nachhaltige Gebäudelösungen an Bedeutung. In Afrika bestehen Potenziale beim Ausbau grundlegender Infrastrukturen und bei der Nutzung ressourcenschonender Technologien.
KI erweitert die Gebäudeautomation
Eine weitere Entwicklungsstufe sind Systeme, die Betriebsdaten nicht nur erfassen, sondern auch für die automatisierte Optimierung von Prozessen nutzen. In „Smart Buildings” werden technische Anlagen vernetzt, Daten gesammelt und analysiert, um daraus Steuerungsentscheidungen abzuleiten. Mithilfe von künstlicher Intelligenz können beispielsweise Prozesse beim Heizen und Kühlen automatisiert optimiert werden.
Für die Armaturenbranche gewinnt somit die Verbindung zwischen mechanischer Komponente, Sensorik, Stellantrieb und Automatisierung an Bedeutung. Datenfähige Regelarmaturen können Teil des übergeordneten Energie- und Gebäudemanagements werden.








