„In großvolumigen Stillstandsprojekten werden Flanschmanagement, Qualifizierung und Prüfprozesse frühzeitig in die Projektplanung integriert. Diese strukturierte Vorbereitung wirkt sich messbar auf die Qualität beim Wiederanfahren aus“, kommentiert Michael Balcerek, Leiter Flanschmanagement bei IDT.
So lesen sich die Prüfergebnisse der 2025 begleiteten und dokumentierten QS-Projekte differenziert.
Während sich bei Großprojekten in der chemischen, petrochemischen und allgemeinen Prozessindustrie lediglich 2,5 % der geprüften Flanschverbindungen als auffällig erwiesen, wurden bei kleineren und mittelgroßen Projekten mit Prüfumfängen von maximal 500 Verbindungen Mängelquoten von bis zu 20 % festgestellt.
„Die zum Teil hohen Abweichungsraten unterstreichen den Mehrwert eines systematischen Flanschenmanagements bei Anlagenrevisionen“, betont Balcerek.
Hier sei weniger die Branche entscheidend als der Projektrahmen. In Großprojekten sind strukturierte Prüf- und Managementkonzepte in der Regel fest eingeplant. In kleineren Stillständen fehlen hingegen häufig Budget, Zeit oder die notwendige Sensibilisierung für die technischen und wirtschaftlichen Risiken unzureichend montierter Flanschverbindungen.
Leckagen an Flanschverbindungen häufig durch mangelhafte Montagen
Schlecht oder falsch gewartete Flanschverbindungen in Industrieanlagen können zu Leckagen führen und damit zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt werden. Folge sind außerplanmäßige Abschaltungen und komplette Anlagenausfälle, die Unternehmen teuer zu stehen kommen. Und die Mehrzahl der Leckagen entsteht infolge mangelhafter Montage.
Beobachtungen aus Instandhaltungs- und Turnaround-Projekten sowie Analysen des American Petroleum Institute (API), der European Industrial Gases Association (EIGA) und der European Sealing Association (ESA) zeigen übereinstimmend: Mehr als 70-85 % aller Leckagen an Flanschverbindungen sind auf Montagefehler zurückzuführen.
„Die Ursachen reichen von ungleichmäßigem Anziehen und falschen Drehmomenten über exzentrische Montage, unzureichende Schmierung oder fehlerhafter Dichtungsauswahl bis hin zu fehlenden Schrauben“, erläutert Balcerek.
Dennoch zeichnet sich bei der Dichtigkeit von Rohrleitungsverbindungen in der Industrie ein positiver Trend ab: Im Vergleich zu den von IDT erhobenen Daten aus dem Jahr 2023 konnte die Mängelquote deutlich reduziert werden; auch wenn sie 2025 wieder einen leichten Anstieg verzeichnete, bewegt sie sich insgesamt auf einem stabilen und im Vergleich zu 2023 deutlich verbesserten Niveau.
Einen Beitrag dazu hat IDT in den vergangenen zwei Jahren mit dem „flange.Pilot“ selbst geleistet. Mithilfe des Kompetenztest-Moduls können Monteure an originalgetreuen Flanscheinheiten und unter betriebsspezifischen Szenarien und Anforderungen alle Handgriffe trainieren, die für eine fehlerfreie, fachgerechte Montage von Flanschverbindungen unverzichtbar sind.








