Der erste in Lingen erzeugte Wasserstoff hat den Chemiepark Marl erreicht. Damit arbeiten beim GET H2 Nukleus Erzeugung, Transportinfrastruktur und industrielle Abnahme erstmals im Verbund zusammen. RWE Generation meldete den erfolgreichen Transport am 4. August 2026.
Im Rahmen der laufenden Inbetriebnahme erzeugt RWE in Lingen erste Mengen erneuerbaren Wasserstoffs in zwei Elektrolyseanlagen mit jeweils 100 MW Leistung. Der Wasserstoff wird über ein rund 120 Kilometer langes Leitungsnetz von Nowega und OGE sowie der Evonik-Tochter SYNEQT nach Marl transportiert und dort von der Industrie eingesetzt.
RWE will bis Ende 2026 eine Elektrolyseleistung von insgesamt 200 MW in Lingen in Betrieb nehmen. Ab 2027 soll die Gesamtleistung auf 300 MW steigen. Der erzeugte Wasserstoff erfüllt nach Angaben von RWE die EU-Anforderungen für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO).
Abnehmer können dafür Nachhaltigkeitsnachweise erhalten und den Wasserstoff auf ihre Dekarbonisierungsziele anrechnen.
Richtung Ruhrgebiet wird weiter ausgebaut
Das Leitungsnetz ist Teil des im Aufbau befindlichen deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. Weitere Infrastruktur ist bereits fertiggestellt oder befindet sich im Bau. Dazu gehört eine rund zehn Kilometer lange Leitung von Heek nach Epe, die Ende 2025 fertiggestellt wurde und den Wasserstoffspeicher anbinden soll.
Ende 2026 will RWE Gas Storage West mit der Befüllung eines kommerziellen Kavernenspeichers für Wasserstoff in Gronau-Epe beginnen; die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 vorgesehen.
Auch die Verbindung in Richtung Ruhrgebiet wird weiter ausgebaut. Eine bestehende Leitung von Legden nach Dorsten soll bis 2027 auf Wasserstoff umgestellt werden. Zudem ist eine neue Leitung von Dorsten nach Marl vorgesehen.
So wächst Schritt für Schritt ein Netz, das Wasserstofferzeuger, Speicher und industrielle Verbraucher miteinander verbindet.
Über GET H2
Wasserstoff ist einer der Schlüssel zur Dekarbonisierung der Industrie und der anderen Sektoren. In der 2019 gegründeten Initiative sind mehr als 50 Unternehmen, Institutionen, Verbände und Kommunen versammelt, die gemeinsam die Grundlage für eine zukunftsfähige Wasserstoffwirtschaft in Deutschland legen wollen.
Der Fokus liegt dabei auf der konkreten Planung und Umsetzung von Projekten entlang der gesamten H2-Wertschöpfungskette: von Elektrolyse, Import, Transport und Speicherung bis zur Anwendung in verschiedenen Industriebereichen.
Mit dem von Bund und Ländern als IPCEI (Important Project of Common European Interest) geförderten Projekt GET H2 Nukleus haben die Partner 2026 eines der ersten integrierten Wasserstoffprojekte in industriellem Maßstab in Betrieb genommen.







