Branche
FS Logoi

Einfacher gründen: Digitaler Kombiantrag startet

Im Juli hat die IAD bereits über die Initiative „Einfach machen“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung und die Pläne zum Bürokratieabbau berichtet. Das Thema bleibt spannend. Vor allem dann, wenn aus politischen Vorhaben konkrete Maßnahmen werden. Ein aktuelles Beispiel kommt aus der Gründerszene.

von | 01.09.26

Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales: Bürokratie im Visier
Quelle: BMDS I Woithe
Start up: Einfacher gründen

Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung werden gebündelt und sollen künftig in einem gemeinsamen digitalen Prozess erledigt werden. Der Start erfolgt zunächst an zehn Pilotstandorten.

Wer ein Einzelunternehmen gründet, kann die Angaben für die Gewerbeanmeldung und die steuerliche Erfassung ab sofort in einem gemeinsamen digitalen Prozess erfassen. Das zentrale Portal www.gruenden.gov.de führt durch beide Verfahren und vermeidet doppelte Eingaben.

Gründen schneller und kombinierter

Die direkte digitale Übermittlung an die zuständigen Behörden wird in den kommenden Wochen schrittweise an zehn Pilotstandorten freigeschaltet: Aachen, Berlin, Dresden, Düsseldorf, Fulda einschließlich Petersberg, Goslar, Hamburg, Husum, Mannheim und München.

Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales:
„Wir haben versprochen, Gründen in Deutschland einfacher und schneller zu machen. Jetzt liefern wir den ersten konkreten Schritt: Aus zwei Behördengängen wird ein digitaler Prozess. Daten werden nur einmal erfasst und direkt an die zuständigen Stellen übermittelt. Wir starten an zehn Pilotstandorten, lernen im praktischen Betrieb und rollen die Lösung zügig bundesweit aus. Unser Ziel ist klar: Wer gründet, soll seine Zeit in die Geschäftsidee investieren, nicht in doppelte Formulare und Behördengänge.“

Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Startup-Verbands:
„Der digitale Kombiantrag ist ein guter Start. Gründerinnen und Gründer können jetzt an den Pilotstandorten Gewerbeanmeldung und Steuernummer in einem Schritt digital erledigen, statt von Amt zu Amt zu laufen. Das zeigt, was möglich ist, wenn Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten. Jetzt muss der Kombiantrag zügig bundesweit ausgerollt werden. Damit das 24-Stunden-Ziel auch für GmbH-Gründungen Realität wird, muss das Gründungsbeschleunigungsgesetz schnell folgen.“

So funktioniert der Kombiantrag

An den Pilotstandorten können die Angaben vollständig digital an die zuständigen Gewerbe- und Finanzbehörden übermittelt werden.

In allen anderen Regionen unterstützt das Portal bereits beim Ausfüllen der Gewerbeanmeldung und erstellt ein fertiges Dokument, das per E-Mail oder Post an das zuständige Gewerbeamt übermittelt werden kann.

Die steuerliche Erfassung erfolgt weiterhin bundesweit digital über die Finanzverwaltung.

Der Kombiantrag basiert auf der Gründerplattform der KfW, die seit 2018 im Einsatz ist. Gemeinsam mit den Pilotstandorten wurde er an die Anforderungen der Verwaltung angepasst. Die geführte Dateneingabe hilft, Fehler zu vermeiden und Rückfragen der Behörden zu reduzieren.

Wie es weitergeht

Der Kombiantrag ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer bundesweit möglichen Unternehmensgründung innerhalb von 24 Stunden. Weitere Standorte und Rechtsformen sollen zügig folgen.

Das BMDS und die beteiligten Landesministerien in Bayern, Berlin, Bremen und Nordrhein-Westfalen führen ihre bisherigen Arbeiten im gemeinsamen Bund-Länder-Projekt „G24 – Gemeinsam schneller gründen“ zusammen.

Das Projekt bündelt die Vorhaben „Schneller Gründen“ des BMDS und „Gründen in 24 Stunden“ des IT-Planungsrats.

Ziel sind die rechtlichen und technischen Voraussetzungen für durchgängig digitale und in Standardfällen automatisierte Gründungsverfahren.

Dazu gehören das geplante Gründungsbeschleunigungsgesetz sowie die digitale Verknüpfung von Registerabfragen, steuerlicher Erfassung und Meldungen an die Sozialversicherungsträger.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Die wichtigsten Branchen-News, regelmäßig in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Akquisition im Dichtungsmarkt
Akquisition im Dichtungsmarkt

Am 1. September wurde die Übernahme der M+R Dichtungstechnik GmbH durch die Trelleborg Group abgeschlossen. Die Akquisition erfolgte über den Geschäftsbereich Trelleborg Industrial Solutions; Verkäufer sind die österreichische Semperit-Gruppe sowie ein Minderheitsgesellschafter. Das Unternehmen wird ab sofort in den Konzernabschluss einbezogen.

mehr lesen
Next Genereation: KI‑gestützte Pipelineüberwachung
Next Genereation: KI‑gestützte Pipelineüberwachung

Krohne stellt mit PipePatrol NEO eine neue, ganzheitliche Lösung für Lecküberwachung, Diebstahlerkennung und Monitoring von Pipelines vor. Das Herzstück des Systems bildet NEPM (Neural Engine Pipeline Monitoring), die Technologie der nächsten Generation von Krohne für die kontinuierliche Überwachung des Rohrleitungsinneren.

mehr lesen
Kostenloses Online-Event zur Rotationsdichtung
Kostenloses Online-Event zur Rotationsdichtung

Trelleborg Sealing Solutions lädt am 22. September 2026 zum kostenlosen virtuellen ConneX Event „Rotary Sealing in Motion“ ein. Die rund 2,5-stündige Veranstaltung wird aus dem Trelleborg Innovation Center in Stuttgart übertragen und richtet sich an Ingenieure sowie technische Entscheidungsträger.

mehr lesen
EP3 mit ATEX-Zulassung
EP3 mit ATEX-Zulassung

EBRO Armaturen erweitert den Einsatzbereich seines elektropneumatischen Stellungsreglers EP3. Neu verfügbar sind eine ATEX-zertifizierte Ausführung für explosionsgefährdete Bereiche sowie eine korrosionsbeständige CS5M-Variante für Anwendungen in Meeresnähe und anderen stark korrosiven Umgebungen.

mehr lesen

Sie möchten unser Fachmagazin „Industriearmaturen & Dichtungstechnik“ unverbindlich testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen „Industriearmaturen & Dichtungstechnik“ kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Cover 01-2026_klein