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Global Gas Report: Weltweiter Gasbedarf nimmt weiter zu

Die International Gas Union (IGU) hat den „Global Gas Report“ für das Jahr 2024 vorgestellt. Im Gegensatz zur Prognose der Internationalen Energieagentur IEA erwartet die IGU einen global steigenden Erdgasbedarf.

von | 10.09.24

Im Jahr 2023 verzeichnete die weltweite Nachfrage nach Gas einen Anstieg von 1,5 Prozent.
Quelle: AdobeStock / Photocreo Bednarek
Global Gas Report: Weltweiter Gasbedarf nimmt weiter zu

Auf der Energiekonferenz ONS vom 26. bis 29. August in Stavanger (Norwegen) wurde der „Global Gas Report 2024“ vorgestellt. Erarbeitet haben ihn die International Gas Union (IGU), Snam und Rystad Energy. Die IGU repräsentiert die globale Gaswertschöpfungskette mit Mitgliedern in über 80 Ländern und deckt über 90 Prozent des globalen Gasmarktes ab. Snam ist eines der führenden Unternehmen im europäischen Erdgastransport, Rystad Energy ein weltweites Energieinformationsunternehmen.

Der Bericht prognostiziert im Vergleich zur Vorhersage der Internationalen Energieagentur (IEA) einen deutlichen Anstieg des Erdgasbedarfs, für den es an ausreichenden Investitionen fehlt. Die IEA hatte im Juli 2024 einen gleichbleibenden Erdgasbedarf und CO2-Ausstoß für den globalen Energiesektor vorausgesagt. Dabei wurde für 2024 ein geringfügiger Anstieg und für 2025 ein Rückgang erwartet.

„Die globalen Gasmärkte bleiben in einem fragilen Gleichgewicht, mit begrenztem Angebotswachstum, da die Nachfrage stetig steigt“, heißt es im IGU-Bericht. Im Jahr 2023 verzeichnete die weltweite Nachfrage nach Gas einen Anstieg von 1,5 Prozent, und bis zum Ende des Jahres 2024 erwarten Gasunternehmen sogar eine Zunahme um 2,1 Prozent. Asien bleibt dabei der Haupttreiber dieses Wachstums. In Bezug auf die Exporte führen Amerika und der Nahe Osten die Liste an.

„Sollte die Gasnachfrage ohne zusätzliche Produktionsentwicklung weiter steigen wie in den letzten vier Jahren, wird bis 2030 mit einem weltweiten Angebotsdefizit von 22 Prozent gerechnet“, so die IGU. Daher fordert sie, die Investitionen in Erdgaskapazitäten zu erhöhen. „Die Kohleverbrennung hat im Jahr 2023 stärker zugenommen als je zuvor und ist weiterhin die größte Quelle globaler Energieemissionen“, so der Report. Dies gefährde die Einhaltung der Klimaschutzziele bis 2030.

Hohe Nachfrage nach Gas in Afrika

Entgegen den Bemühungen um Effizienzsteigerung und trotz des fortlaufenden industriellen Rückgangs verzeichnet Europa einen Anstieg der Energienachfrage. In Nordamerika hat die Energienachfrage das Niveau von 2019 überschritten und zeigt weiterhin Wachstum, vorangetrieben durch den Transportsektor und KI-Rechenzentren. Laut Bericht steigt auch in Asien die Nachfrage, insbesondere in den Industriesektoren Indiens und Chinas.

„Mittlerweile wächst der Energiebedarf Afrikas aufgrund der Stadtentwicklung schneller als in den meisten anderen Regionen“, konstatiert die IGU. Allerdings stelle ein gleichberechtigter Stromzugang in Afrika und Teilen Südamerikas weiterhin eine große Herausforderung dar. Die IGU fordert, sowohl die Investitionen in die Erdgasversorgung zu erhöhen als auch Biomethan, Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) sowie kohlenstoffarme Wasserstofftechnologien auszubauen.

Erdgas wichtig für das globale Energiesystem

„Erdgas bietet heute eine unmittelbare Möglichkeit, durch kostengünstige Umstellung die Emissionen gegenüber der Verbrennung von Kohle um 50 Prozent und von Öl um 30 Prozent zu senken“, heißt es. Die IGU-Präsidentin Li Yalan kommentierte: „Der Einsatz innovativer Lösungen und flexibler Richtlinien wird der Schlüssel zur Bewältigung dieser äußerst unsicheren Energielandschaft sein.“

Stefano Venier, CEO von Snam, ergänzte, dass die Energiewende eine einzigartige Herausforderung für die Menschheit darstelle. „Bei diesem sich ständig weiterentwickelnden Wandel stellen Erdgas und die damit verbundene Infrastruktur ein entscheidendes Element der nachhaltigen Widerstandsfähigkeit des globalen Energiesystems dar.“

Den vollständigen Report finden Sie hier

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