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Jeder fünfte Kunststoffverarbeiter erwartet sehr kritische Liquiditätslage

In den letzten zwölf Monaten erlebten 75 Prozent der Betriebe in der kunststoffverarbeitenden Industrie bereits kritische Liquiditätsengpässe, davon 58,5 Prozent eher kritische und 17,5 Prozent sehr kritische Engpässe.

von | 09.04.26

81,5 Prozent der befragten Kunststoffverarbeiter erwarten für 2026 einen hohen Liquiditätsdruck.
Quelle: AdobeStock / Vlyaks
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Das ergab eine Umfrage der Close Brothers Factoring GmbH aus Mainz unter 200 Unternehmen der Branche. Für die kommenden zwölf Monate erwarten außerdem 81,5 Prozent der befragten Kunststoffverarbeiter eine überwiegend kritische Liquiditätslage. Im Detail sehen 61,5 Prozent hierbei eine eher kritische, 20 Prozent eine sehr kritische Situation voraus.

Zu den Ursachen für zurückliegende Liquiditätsprobleme zählen 25 Prozent der betroffenen Unternehmen vor allem Umsatzrückgänge aufgrund sinkender Nachfrage. Am zweithäufigsten – von 22,5 Prozent der Befragten – wurden Zahlungsverzögerungen als wesentlicher finanzieller Belastungsfaktor genannt. Hohe Energiekosten, die sie nicht vollständig oder nur verzögert weitergeben konnten, folgten mit 20,5 Prozent der Nennungen an dritter Stelle. 17,5 Prozent der Unternehmen machten zudem Zahlungsausfälle besonders stark zu schaffen.

Zahlungsausfälle bei sieben von zehn Betrieben

Im Zusammenhang mit dem Begleichen offener Forderungen zeigte die Umfrage zudem, dass insgesamt 199 von 200 Unternehmen hier mit Problemen konfrontiert waren: 10,5 Prozent der Befragten erlebten Zahlungsausfälle und -verzögerungen, 30,5 Prozent nur Verzögerungen und 58,5 Prozent nur Ausfälle. Oder anders gerechnet: 41 Prozent der Unternehmen waren von verspäteten Zahlungen betroffen und ganze 69 Prozent mussten sogar Forderungsausfälle hinnehmen.

Die Befragung ergab zudem, dass im vergangenen Jahr 82 Prozent der Unternehmen auf zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen zurückgriffen, um ihre Zahlungsfähigkeit zu stärken. Am stärksten gefragt waren Darlehen von Kreditinstituten, die 42 Prozent der Befragten in Anspruch nahmen. Jeweils 30,5 Prozent entschieden sich außerdem für Factoring sowie für den Verkauf von Anlagegütern an Händler oder andere Nutzer. Darüber hinaus schalteten 28 Prozent der Betriebe Anwälte und Inkassodienste ein. 25,5 Prozent nutzten Sale-and-Lease-back-Modelle zur Steigerung ihrer Liquidität.

Liquiditätsdruck für Kunststoffverarbeiter dürfte anhalten

In der gleichen Umfrage ging es auch um einen Ausblick auf die kommenden zwölf Monate. Hier zeigt sich, dass eine große Mehrheit der Kunststoffverarbeiter – 81,5 Prozent – einen weiterhin hohen Liquiditätsdruck erwartet: 61,5 Prozent gehen von einer eher kritischen und 20 Prozent sogar von einer sehr kritischen Liquiditätslage aus. Weitere 18 Prozent rechnen mit einer eher unkritischen Situation. Nur ein einziger von 200 Betrieben, also 0,5 Prozent, erwartet keinerlei Probleme hinsichtlich seiner Zahlungsfähigkeit.

Als einen der voraussichtlich größten finanziellen Belastungsfaktoren für die kommende Zeit betrachten 29,5 Prozent der Betriebe Zahlungsverzögerungen. Weiterhin zählen für 28,5 Prozent sinkende Umsätze aufgrund rückläufiger Nachfrage und für 27 Prozent hohe Transportkosten zu den Hauptgefahren für ihre Liquiditätslage. 24 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten zudem, dass Zahlungsausfälle sie erheblich belasten werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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