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LNG World Report der IGU: Europa ist führender Importeur

Die International Gas Union (IGU) hat die Herausgabe ihres 15. jährlichen World LNG Report angekündigt. Die Lage auf dem Markt ist trotz niedrigerer Preise angespannt. Laut des Berichts ist der LNG-Handel in 2023 um 2,1 % gewachsen und hat 401 Millionen Tonnen überstiegen.

von | 11.07.24

Der jährliche LNG Report der IGU erscheint dieses Jahr zum 15. Mal.
Quelle: IGU
LNG Report der IGU für 2023

Die International Gas Union (IGU) hat die Herausgabe ihres 15. jährlichen World LNG Report angekündigt. Die Lage auf dem Markt ist trotz niedrigerer Preise angespannt.

Laut des Berichts ist der LNG-Handel in 2023 um 2,1 % gewachsen und hat 401 Millionen Tonnen überstiegen. 20 Export- stehen 51 Importmärkten gegenüber. Das Wachstum des Marktes wird in erster Linie durch das Angebot behindert.

LNG-Empfangskapazität in Europa am stärksten gewachsen

Auf dem globalen Energiemarkt hat sich LNG als flexible, hocheffiziente und verlässliche Ressource etabliert. Im Fokus steht aktuell vor allem die Dekarbonisierung der LNG-Wertschöpfungskette. Zu diesem Zweck sind bereits mehrere Projekte ins Leben gerufen worden, die beispielsweise erneuerbare Energien und CO2-Abscheidung und -speicherung zur Anwendung bringen wollen. Gleichzeitig stehen Partnerschaften zur Entwicklung von E-Methan und die Erzeugung von Bio-LNG oder verflüssigtem Biomethan im Raum.

Die weltweiter LNG-Empfangskapazität hat Ende Februar 2024 nunmehr 1.029,9 MTPA (million tonnes per annum, dt. Millionen Tonnen pro Jahr) in insgesamt 47 Märkten erreicht, was einem Zuwachs von fast 70 MTPA in 2023 entspricht – der höchste Wert seit 2010. In Europa war der Zuwachs mit 30 MTPA am größten, an zweiter Stelle steht Asien mit 26,9 MTPA, gefolgt von Asien-Pazifik mit 13 MTPA. Zum ersten Mal in der Riege der LNG-Importeure dabei sind die Philippinen und Vietnam.

Verhaltenes Exportwachstum

Beim Angebot ist das Wachstum deutlich gedeckt mit nur 0,8 % im Jahresvergleich durch einen Anstieg um 3,8 MTPA bei Tangguh LNG in Indonesien. Die weltweite Kapazität zur Verflüssigung von Erdgas wird voraussichtlich bis 2030 auf mehr als 700 MTPA steigen, was auf neue FIDs sowie die Inbetriebnahme im Bau befindlicher Projekte zurückzuführen ist. Auf diese Weise soll die Nachfrage gedeckt werden, insbesondere auf den asiatischen Märkten, für die die Umstellung von Kohle auf Gas bei der Dekarbonisierung und Verbesserung der Luftqualität von zentraler Bedeutung ist.

Führend beim LNG-Export sind die USA mit 84,53 MT (im Vergleich zu 75,63 in 2022). Dahinter folgen Australien (79,56 MT), Katar (78,22 MT) und Russland (31,36 MT).

Europa bleibt zweitgrößte LNG-Importregion

Was die LNG-Spotpreise betrifft, ermittelte Platts JKM für 2023 einen Durchschnittspreis von 13,86 $/mmBTU (million British thermal units, entspricht je 26,4 m3), während die durchschnittliche jährliche Preisvolatilität gegenüber dem Niveau von 2022 deutlich abgenommen hat, aber immer noch über dem Vorkrisenniveau liegt. Der größte Importeur bleibt China mit 71,19 Millionen Tonnen, gefolgt von Japan und Korea. An vierter Stelle folgt Indien, da die Nachfrage auf den niedrigen Spotpreis reagiert hat. Mit 121,29 MT behält und festigt Europa seine Rolle als zweitgrößte Importregion. Der Wettbewerb zwischen den europäischen und asiatischen Märkten ist weiterhin eine wichtige Marktdynamik.

Die steigende Zahl der Marktteilnehmer, die Beschleunigung technologischer Entwicklungen und die wachsende Nachfrage in Schwellenländern sorgen dafür, dass sich der LNG-Markt weiterhin rapide weiterentwickelt. Längst schon wird die Industrie nicht mehr durch große Märkte und Firmen bestimmt, Portfoliounternehmen spielen eine immer wichtigere Rolle. Im Jahr 2023 waren etwa 180 Unternehmen an LNG-Lieferungen im Rahmen von Laufzeitverträgen beteiligt, während etwa 35 % der Transaktionen zu Spotpreisen erfolgten.

Zerbrechliches Gleichgewicht

Doch das derzeitige Gleichgewicht des Marktes ist fragil. Zu den Hauptursachen für bestehende Ungewissheiten gehören der Genehmigungsstopp der Biden-Administration für LNG-Projekte, die nicht unter das Freihandelsabkommen fallen, wodurch sich mehr als 70 MTPA neuer Kapazitäten verzögern könnten; die Sanktionen gegen russisches LNG, die sich auf fast 20 MTPA der erwarteten Kapazitäten auswirken; die Möglichkeit, dass die Ukraine den Vertrag über den russischen Gastransit Ende 2024 nicht verlängert; Engpässe bei Werften; das anhaltende Sicherheitsrisiko im Nahen Osten sowie einige rückläufige Gasfeldlieferungen. Viele der aktuell in Betrieb befindlichen Verflüssigungsanlagen sind über 20 Jahre alt. Einige dieser Anlagen werden aufgrund unzureichender vorgelagerter Gasproduktion stillgelegt, was weiterhin die prekäre Angebotssituation unterstreicht.

Ein umfangreiches Themenspecial zu LNG finden SIe in der neusten Ausgabe der Industriearmaturen & Dichtungstechnik.

Den vollständigen LNG-Report der IGU gibt es hier (englisch).

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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