Modulares Ecosystem: Wartung und Dokumentation vereinfachen

Mit dem modularen MODU ONE® Ecosystem reagiert der Armaturen Vertrieb Alms (AVA) auf aktuelle Anforderungen im Anlagenbau und in der Verfahrenstechnik. Im Fokus stehen eine stärkere Standardisierung, geringerer Wartungsaufwand sowie eine durchgängige digitale Dokumentation für Anwendungen in der Energieerzeugung und Prozessindustrie.

von | 02.06.26

Produktmanager Werner Kremer und Leonard Alms, verantwortlich für die Integration von MODU ONE® in das AVA-Portfolio.
Quelle: AVA Alms
Modulares Ecosystem soll Prozesse und Wartung effizienter machen

Ein wichtiger Aspekt prägt sowohl die Neukonstruktion als auch die Überarbeitung von industriellen Anlagen und gilt branchenübergreifend von der Energieerzeugung, über die Lebensmittelproduktion bis zur Chemie und Pharmazeutik. Industriearmaturen weisen eine nahezu unüberschaubare Vielfalt von Bauarten und Baulängen auf.

Das erfordert aufwändige Berechnungen, sobald sich im Planungsprozess auch nur kleinste Änderungen ergeben. Zudem muss für einen sicheren Betrieb eine große Variantenzahl von Ersatzteilen für Kugelhähne, Rückschlagklappen oder Absperrarmaturen bevorratet werden.

Dies ist ein Kostenfaktor. Auch die technischen Dokumente sind oft uneinheitlich und liegen, manchmal in Papierform, verteilt in Ablageordnern.

Modulares Ecosystem: Schlankere Ersatzteillogistik

Das MODU ONE® Ecosystem, das AVA jetzt auf dem deutschsprachigen Markt anbietet, soll eine umfassende Lösung schaffen. Es verfolgt einen konsequent modularen Ansatz. Grundprinzip: Alle Armaturen – darunter Kugelhähne, Rückschlagklappen oder vorkonfigurierte Double-Block-and-Bleed-Kombinationen – sind ausnahmslos auf einheitliche Baulängen je Nennweite und Rohrklasse ausgelegt.

Das heißt, sie sind ohne aufwendige Anpassungen von Rohrleitungen oder Verbindungen untereinander austauschbar. Muss etwa im Planungsprozess ein Kugelhahn durch eine Rückschlagklappe ersetzt werden, bleibt die grundsätzliche Rohrleitungsgeometrie völlig unverändert. Neukalkulationen entfallen.

Die Armaturen sind dabei universell in jedem Anwendungsbereich einsetzbar. Neben dem gesamten Utility-Bereich in der Pharma-, Lebensmittel- und chemischen Industrie – insbesondere bei der Gestaltung von Dampf- und Versorgungsleitungen – spielt MODU ONE® auch in Anlagen zur Erzeugung und Verarbeitung von Biogas oder grünem Wasserstoff sowie in Wasser- und Abwasseranlagen seine Vorteile aus.

Seine einfache Rekonfiguration ermöglicht Produktionsstätten, in denen sich Prozesse schnell an neue Anforderungen anpassen lassen. Typische Anwendungsfelder sind auch Testanlagen, die regelmäßig umgerüstet werden.

Das Prinzip der Modularität überträgt AVA mit MODU ONE® auch auf die Ersatzteile der Komponenten. Für Anlagenbetreiber bedeutet das eine schlankere Ersatzteillogistik: Deutlich weniger unterschiedliche Varianten müssen bevorratet werden. Die Lagerhaltungskosten sinken.

Digitale Dokumentation auf Knopfdruck

Auch über die Verbesserung und Vereinfachung der Montage haben sich die Entwicklungsingenieure Gedanken gemacht. So lässt sich etwa der Armaturenantrieb werkzeuglos per Schnellverschluss mit einem Handgriff installieren und deinstallieren.

Kombiniert mit einem mechanisch codierten Spindeldesign, das die Montage des Antriebs ausschließlich in der korrekten Position erlaubt, reduziert sich der Aufwand um bis zu 50 Prozent. Zudem werden Montagefehler unabhängig von der Qualifikation des Wartungspersonals sicher vermieden.

Die durchdachte konstruktive Modularität wird ergänzt durch eine integrierte digitale Dokumentation. Jede Armatur verfügt über eine eindeutige, lückenlos rückverfolgbare Identifikationsnummer. Über die MODU Cloud™ sind damit sämtliche relevanten Informationen jederzeit sekundenschnell abrufbar.

Neben Materialzeugnissen, technischen Kennwerten sowie individuellen Prüfzertifikaten enthält die Dokumentation bei den Kugelhähnen auch das gemessene Aufbrechdrehmoment.

„Das eröffnet bei der Automatisierung von Industriearmaturen ein weiteres Einsparpotenzial“, erläutert Leonard Alms, verantwortlich für die Integration von MODU ONE® in das AVA-Portfolio. „Dank der exakten Messwerte können wir die Antriebe hochpräzise dimensionieren. Andere Anbieter sind häufig darauf angewiesen, sie überzudimensionieren, um einen angemessenen Sicherheitsfaktor gewährleisten zu können.“

In Anlagen mit drei- oder vierstelliger Armaturenanzahl summiert sich der dadurch eingesparte Ressourcenaufwand.

„Wir sehen in dem MODU ONE® Ecosystem eine logische Antwort auf die Herausforderungen, die unsere Kunden täglich beschäftigen“, erklärt Leonard Alms. „Betrachtet man die gesamten Lebenszykluskosten einer verfahrenstechnischen Anlage, bringt die Kombination aus Modularität, Prozesssicherheit und digitaler Dokumentation einen deutlichen Gewinn – technisch und wirtschaftlich.“

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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