Andreas Laschke, Leiter des Segments Armaturen bei KSB und stellvertretender Vorsitzender des VDMA Fachverbandes Armaturen, stand unserem IAD-Fachmagazin für ein exklusives Interview zur Verfügung. Gemeinsam mit Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin des Fachverbandes Armaturen, spricht er über die CO₂-Bilanzierung von Industriearmaturen.
Andreas Laschke macht in dem Interview deutlich, dass die CO₂-Bilanzierung für Industriearmaturen vor allem wegen wachsender Anforderungen an Bedeutung gewinnt. Er erklärt, „die Anforderungen steigen kontinuierlich – sowohl durch gesetzliche Vorgaben als auch durch die Erwartungen unserer Kunden“. Deshalb seien belastbare Daten für Nachhaltigkeitsberichte unverzichtbar. Gleichzeitig betont er, dass es sich nicht um ein isoliertes Problem der Armaturenbranche handle. Letztendlich stehe „jeder Hersteller von Produkten oder Anlagen vor einer ähnlichen Herausforderung“.
Laschke fordert allgemeingültige Standards
Ein zentrales Problem sieht Laschke darin, dass es bislang keine einheitlichen Standards gibt. Bei der Entwicklung interner Prozesse habe sich gezeigt, dass „unterschiedliche Vorgehensweisen und erhebliche Interpretationsspielräume am Markt bestehen“. Dies führe zu Unsicherheiten bei Kunden und ermögliche Unternehmen, sich möglichst vorteilhaft darzustellen. Deshalb plädiert er dafür, schnell einen allgemeingültigen Standard zu etablieren, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu schaffen.
Bei der konkreten Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) setzt Laschke auf Pragmatismus. Eine vollständige Detailanalyse sei „weder praktikabel noch wirtschaftlich“, weshalb das Pareto-Prinzip angewendet werde. Das bedeutet, dass die emissionsrelevantesten Komponenten detailliert bilanziert werden, während weniger bedeutende Teile hochgerechnet werden. So entstehe ein „belastbarer PCF-Wert“, ohne den Aufwand ins Unverhältnismäßige zu treiben.







