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PFAS: Drei von vier Deutschen fordern EU-weites Verbot

Die Ewigkeitschemikalien PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) könnten in den kommenden Jahren in Europa verboten werden. Doch Umweltschützer, Politiker und Industrievertreter streiten über ein mögliches Verbot. Die Bevölkerung in Deutschland hat hingegen eine klare Meinung zu dem Thema.

von | 16.10.24

75 Prozent der Befragten wollen ein EU-weites Verbot von PFAS.
Quelle: AdobeStock, Chris Anton
Fachverband bereitet sich auf mögliches PFAS-Verbot vor

Eine große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland, die sich mit PFAS auskennt, ist für ein EU-weites Verbot der Ewigkeitschemikalien. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprachen sich mehr als drei Viertel der Befragten (75,2 Prozent) dafür aus, dass sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für ein Verbot stark machen soll. Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsunternehmen Civey Ende September rund 1.000 Menschen, denen PFAS grundsätzlich bekannt sind.

Einige PFAS bergen gesundheitliche Risiken: Krebs, Organschäden und Diabetes sind dokumentierte Folgen. Die Ewigkeitschemikalien reichern sich in unseren Körpern und in der Umwelt immer mehr an.

Bevölkerung weiß um die Gefahr

Luise Körner, BUND-Expertin für Chemikalienpolitik: „Das Ergebnis der Umfrage zeigt deutlich: Die meisten Menschen, die sich mit PFAS beschäftigt haben, wissen um die Gefahr für Gesundheit und Umwelt. Die Bevölkerung muss dringend vor den gesundheitlichen Risiken geschützt werden.“

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat für den BUND vom 20. bis 28.9.2024 rund 1.000 Personen, die wissen, was PFAS sind, online befragt. Alle Daten wurden im Civey-eigenen Panel mit verifizierten Teilnehmer*innen erhoben. Die Ergebnisse sind unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 5,7 Prozentpunkten repräsentativ für die angegebene Grundgesamtheit.

Vollständiger PFAS-Ersatz nicht möglich

Erst kürzlich hatte eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik aufgezeigt, dass Fluorpolymere in der Dichtungsindustrie unverzichtbar sind (IAD berichtete). Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass ein vollständiger Ersatz von PFAS in der Dichtungsindustrie derzeit nicht möglich ist, ohne signifikante Einbußen bei den Materialeigenschaften, der Leistungsfähigkeit und der Produktlebensdauer in Kauf zu nehmen. Angesichts der Vielfalt von über 10.000 verschiedenen PFAS-Verbindungen plädierten sie für eine differenzierte, faktenbasierte Diskussion über die Regulierung dieser Stoffklasse.

Ein verbindlicher Zeitplan für die Einführung einer europäischen Regelung steht derzeit noch aus. Dennoch bereitet sich die Industrie bereits auf mögliche Veränderungen vor. Bei vielen Dichtungsherstellern läuft die Suche nach Ersatzstoffen trotz der aktuellen Unverzichtbarkeit Fluorpolymeren auf Hochdruck.

Das IAD-Fachmagazin veröffentlicht am 18. November gemeinsam mit dem Dichtungshersteller IDT einen Podcast rund um die aktuelle PFAS-Diskussion.

Hier finden Sie weitere Informationen

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