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Projektstart: Ersatz für Fluorpolymere in technischen Anwendungen

Fraunhofer-Experten haben Anfang Februar das Projekt „Hate-Fluor” initiiert. Gemeinsam wollen sie Hochleistungs-Elastomermischungen als Ersatz für Fluorpolymere in bestimmten technischen Anwendungen entwickeln. Diverse Branchen haben die Möglichkeit davon zu profitieren.

von | 30.04.25

Kick-off: Das Fraunhofer-Projektteam und die Beiräte aus der Industrie von „Hate-Fluor“ beim ersten Meeting.
Quelle: Fraunhofer IFAM
Fluorelastomeren

Anwender von poly- und perfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) stehen aufgrund regulatorischer Vorschläge der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) unter Druck. Das betrifft auch den Einsatz von Fluorelastomeren.

Substitution von Fluorpolymeren: Großer Bedarf an neuen Lösungen

Das Hate-Fluor-Projekt verfolgt die Entwicklung von fluorfreien Elastomeren als nachhaltige Alternative zu Fluorpolymere.

Dies gilt insbesondere für anspruchsvolle technische Anwendungen, die hohe thermische und chemische Beständigkeit erfordern.

Besonders in der Dichtungstechnik sind diese Materialien unerlässlich.

Von der Entwicklung profitieren verschiedene Branchen. Dies betrifft u.a. die Halbzeug- und Fertigteilproduzenten sowie Unternehmen im Anlagen- und Maschinenbau und in der Medizintechnik, in der Reinraum- und Halbleitertechnik und in der chemischen Prozesstechnik und Elektroanwendungen.

Die Einsatzmöglichkeiten von PFAS in der Zukunft sind ungewiss. Die Suche nach Alternativen eine logische Konsequenz.

Während es für einige Alltagsanwendungen bereits fluorfreie Substitute gibt, besteht für technische Anwendungen, die extremen Bedingungen standhalten müssen, ein großer Bedarf an neuen individuellen Lösungen zur Substitution von Fluorpolymeren.

PFAS-Ersatz: Beschichtete Elastomere und anpassbare Baukastenlösungen

In dem neu initiierten Projekt „Hate-Fluor” entwickeln Expertenteams am Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF und am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM fluorfreie beschichtete Elastomere und anpassbare Baukastenlösungen, um den wachsenden Marktbedarf zu decken.

Die Lösung umfasst drei Hauptschritte. Dazu zählt die Verbesserung der thermischen Stabilität fluorfreier Elastomere durch neuartige Antioxidantien.

Außerdem die Herstellung abgestimmter Elastomer-Formulierungen und die Entwicklung eines Beschichtungssystems zum Schutz des Elastomers vor oxidativem und chemischem Angriff.

Durch den modularen Aufbau dieses Systems, bestehend aus Lack- und Plasmabeschichtungen, soll ein breites Spektrum im Bereich der fluoralternativen Dichtungen abgedeckt werden.

Die Zieleigenschaften werden durch die Einsatzgebiete von den Fluorelastomeren vorgegeben, die im Projekt ersetzt werden.

Für Augen und Ohren: Lesen Sie hier mehr zum Thema PFAS oder hören Sie unseren PFAS-Podcast.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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