Die Entscheidung basiert auf einer sogenannten Ersatzvornahme, durch die das Land Mittel bereitstellt, um einen Minimalbetrieb der Produktionsanlagen aufrechtzuerhalten. Damit soll verhindert werden, dass die Produktion komplett stillgelegt wird, nachdem DOMO infolge der Insolvenz angekündigt hatte, seine Standorte in Sachsen‑Anhalt und Brandenburg zu schließen.
Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) unterstrich im Gespräch mit dem MDR die Bedeutung der Maßnahme: „Es gibt Interessenten, hier einzusteigen. Das Unternehmen in Leuna ist durchaus sehr interessant.“
Mit diesem Statement machte Schulze deutlich, dass sowohl das Land als auch der Insolvenzverwalter aktiv nach Käufern suchen, die den Standort übernehmen und langfristig betreiben könnten. Gleichzeitig betonte der Minister, dass der staatliche Eingriff keinen dauerhaften Einstieg des Landes in das Unternehmen bedeute.
Arbeitsplätze sichern und regionale Wirtschaft stärken
Mehr als 500 Mitarbeitende sind am Standort Leuna beschäftigt. Für viele von ihnen hängt die berufliche Zukunft derzeit an einem seidenen Faden. Der fortlaufende Minimalbetrieb gibt den Beschäftigten nicht nur Hoffnung, sondern sichert auch die technische Infrastruktur und verhindert einen kompletten Know-how-Verlust am Standort.
„Wir wollen sicherstellen, dass die eingesetzten öffentlichen Mittel mittelfristig zurückfließen, sobald ein Investor gefunden ist“, erklärte Schulze.
Die Landesregierung sieht den Schritt auch als Signal an die Wirtschaft in Mitteldeutschland, dass die Region handlungsfähig ist und Arbeitsplätze in der Industrie schützt.
Leuna als bedeutender Chemiestandort in Deutschland
DOMO Chemicals war in den letzten Jahren zunehmend unter Druck geraten. Gründe sind unter anderem steigende Energiepreise, sinkende Nachfrage nach synthetischen Chemikalien und der internationale Wettbewerbsdruck. Die Insolvenz hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt, weil der Leuna-Standort als strategisch bedeutend für die deutsche Chemieindustrie gilt. Auch die Chemieanlage im brandenburgischen Premnitz ist von der Insolvenz betroffen (IAD berichtete).
Die Landesregierung will nun gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter geeignete Käufer oder Investoren finden, die den Betrieb nicht nur fortführen, sondern auch langfristig ausbauen könnten. „Es geht darum, den Standort zu stabilisieren, Arbeitsplätze zu sichern und die regionale Wertschöpfung zu erhalten“, betonte Schulze.
Vorerst Minimalbetrieb
Solange ein Investor gesucht wird, bleiben die Anlagen im Minimalbetrieb in Betrieb. Langfristig soll dies verhindern, dass das Unternehmen verschwindet und die Produktionskapazitäten verlorengehen.
Experten sehen darin auch ein wichtiges Signal für den Standort Mitteldeutschland: Trotz der Herausforderungen der Chemiebranche will Sachsen‑Anhalt innovative Industrie sichern und weiterentwickeln.







