BASF verzeichnet im zweiten Quartal 2024 ein EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation) vor Sondereinflüssen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Kosteneinsparprogramme des Unternehmens versprechen indes Erfolg.
„Insgesamt entsprach die Entwicklung des EBITDA vor Sondereinflüssen im zweiten Quartal 2024 unseren Erwartungen und auch denen der Analysten“, kommentiert BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Kamieth bei der Vorstellung der Zahlen zum zweiten Quartal 2024 gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Dirk Elvermann. „Die Dynamik des ersten Quartals, das durch eine positive Mengenentwicklung in den meisten unserer Geschäftsbereiche gekennzeichnet war, hat sich fortgesetzt. Die Preise standen weiter unter Druck.“
Mit 16,1 Mrd. Euro liegt der Quartalsumsatz der BASF-Gruppe 1,2 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert (17,3 Mrd. Euro). Diese Entwicklung ist vor allem auf geringere Preise in allen Segmenten, insbesondere bei Surface Technologies, zurückzuführen. Ferner trugen negative Währungseffekte sowie geringfügige Portfolioeffekte zum Umsatzrückgang bei. Leicht gesteigerte Mengen beeinflussten den Umsatz hingegen positiv. Das Absatzwachstum der Segmente Industrial Solutions, Chemicals, Nutrition & Care und Materials überkompensiert dabei die niedrigen Mengen in Surface Technologies und Agricultural Solutions.
EBITDA vor Sondereinflüssen auf Vorjahresniveau
Mit 2,0 Mrd. Euro entspricht das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (EBITDA vor Sondereinflüssen) dem Wert aus dem Vorjahresquartal. Dazu beigetragen haben vornehmlich die gesteigerten Ergebnisse in den Segmenten Industrial Solutions, Chemicals und Nutrition & Care, vor allem infolge eines erhöhten Deckungsbeitrags. Agricultural Solutions hat unterdessen einen deutlichen Ergebnisrückgang zu verzeichnen. Einen geringen Rückgang gab es in den Segmenten Materials und Surface Technologies. In der Sparte Sonstige hingegen verbesserte sich das EBITDA vor Sondereinflüssen deutlich, insbesondere infolge der Auflösung von Bonusrückstellungen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug 12,1 % nach 11,2 % im Vorjahresquartal.
Den 1,9 Mrd. Euro aus dem Vorjahresquartal steht ein EBITDA von 1,6 Mrd. Euro gegenüber. Dabei fielen Sondereinflüsse von minus 394 Mio. Euro an. Sonderaufwendungen ergaben sich vor allem für die ohne Anerkennung einer Rechtspflicht erfolgte außergerichtliche Beilegung des Multidistrict-Litigation-Verfahrens im Zusammenhang mit AFFF (Aqueous Film Forming Foam)-Produkten sowie aus Strukturmaßnahmen. Das EBIT betrug 516 Mio. Euro, was 458 Mio. Euro weniger sind als im Vorjahr.
Im Vergleich zu 0,56 Euro im Vorjahr beträgt das Ergebnis pro Aktie 0,48 Euro. Das um Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,93 Euro im Vergleich zu 0,72 Euro im Vorjahresquartal.
Cashflow im ersten Halbjahr 2024 größer als im Vorjahr
228 Mio. Euro geringer als im Vorjahr war der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit im zweiten Quartal 2024, er belief sich auf 2,0 Mrd. Euro. Beim Free Cashflow, der sich nach Abzug der Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen vom Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ergibt, sind es 471 Mio. Euro gegenüber 905 Mio. Euro im Vorjahr.
Im gesamten ersten Halbjahr 2024 hingegen betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1,4 Mrd. Euro, womit BASF ein Plus von 275 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen kann. Der Free Cashflow belief sich auf minus 986 Millionen Euro, nach minus 977 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2023, wobei zu bedenken ist, dass die Entwicklung des Free Cashflow der BASF aufgrund des Segments Agricultural Solutions stark saisonal ist.
Kosteneinsparprogramme auf gutem Weg
Bezüglich der in diesem sowie dem vergangenen Jahr angekündigten Kosteneinsparprogramme zeigt sich die BASF zufrieden.
Finanzvorstand Dr. Dirk Elvermann sagt: „Wir sind auf gutem Weg, die angestrebten jährlichen Einsparungen von 2,1 Milliarden Euro bis Ende 2026 zu erreichen.“
Die Anfang 2023 verkündeten Maßnahmen sind laut Angaben der Firma in Umsetzung. Bereits bis Ende des laufenden Jahres erwartet die BASF jährliche Kosteneinsparungen von ca. 800 Mio. Euro, bei gegenläufigen Einmalkosten von rund 550 Millionen Euro.
Weitere Maßnahmen laufen am Verbundstandort Ludwigshafen. Diese sollen bis Ende 2026 Einsparungen von jährlich rund 1 Mrd. Euro bringen, bei einmaligen Kosten von ca. 1 Mrd. Euro.
Ergebnisse der Unternehmenssegmente
Im Segment Chemicals ist der Umsatz verglichen mit dem Vorjahresquartal um 6,0 % auf 2,8 Mrd. Euro gestiegen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen nahm ebenfalls deutlich zu und stieg auf 444 Mio. Euro. Dazu trugen im Bereich Petrochemicals besonders höhere Mengen bei, gleichzeitig bremsten jedoch hohe Fixkosten durch den Aufbau des Verbundstandorts in Zhanjiang, China das Wachstum des Bereichs.
Im Segment Materials sank der Umsatz um 5,3 % auf 3,4 Mrd. Euro. Mit 448 Mio. Euro ist das EBITDA vor Sondereinflüssen ebenfalls niedriger als im Vorjahresquartal. Grund dafür ist vornehmlich das deutlich niedrigere Ergebnis der Sparte Monomers. Performance Materials hingegen blickt auf ein deutliches Plus, vor allem infolge höherer Mengen.
Das Segment Industrial Solutions steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Gesteigerte Mengen sowie reduzierte Fixkosten ließen das EBITDA vor Sondereinflüssen auf 320 Mio. Euro steigen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen wuchs infolge der Ergebnisentwicklung des Segments von 10,1 % im Vorjahr auf 14,9 %.
Im Segment Surface Technologies ist der Umsatz indes verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 23,4 % auf 3,2 Mrd. Euro gesunken. Auch das EBITDA vor Sondereinflüssen ging zurück und lag bei 366 Mio. Euro. Im Bereich Batteriematerialien stieg das EBITDA an, konnte jedoch den Gesamtwert nicht ausgleichen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen des Segments lag bei 11,3 %, nach 8,8 % im Vorjahresquartal.
Das Segment Nutrition & Care verzeichnet währenddessen einen Umsatzrückgang von 2,7 % auf 1,7 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Beiden Unternehmensbereichen gelang es jedoch, das EBITDA vor Sondereinflüssen auf insgesamt 183 Mio. Euro zu steigern. Grund dafür sind höhere Mengen ebenso wie gesunkene Rohstoffkosten. Lag die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen des Segments im Vorjahr noch bei 8,2 %, nahm sie nun auf 11,0 % zu.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank der Umsatz im Segment Agricultural Solutions um 13,2 % auf 1,9 Mrd. Euro. Hauptgrund dafür sind niedrige Umsätze in Nordamerika. Auch das EBITDA vor Sondereinflüssen ging zurück auf 135 Mio. Euro, die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank ebenfalls.
Dank eines Umsatzwachstums im Rohstoffhandel konnte das Segment Sonstiges seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 % auf 870 Mio. Euro steigern. Zudem konnte das EBITDA vor Sondereinflüssen deutlich verbessert werden und lag bei 62 Mio. Euro.
Prognosen bleiben stabil
Was die weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrifft, so bleiben die im BASF-Bericht 2023 getroffenen Einschätzungen bestehen:
- Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: +2,3 Prozent
- Wachstum der Industrieproduktion: +2,2 Prozent
- Wachstum der Chemieproduktion: +2,7 Prozent
- US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlichen 1,10 US-Dollar/Euro
- Ölpreis der Sorte Brent von 80 US-Dollar/Barrel im Jahresdurchschnitt
Die Voraussagen für das Geschäftsjahr 2024 bleiben ebenfalls unverändert.
- EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 8,0 Milliarden Euro und 8,6 Milliarden Euro
- Free Cashflow zwischen 0,1 Milliarden Euro und 0,6 Milliarden Euro
- CO2-Emissionen zwischen 16,7 Millionen Tonnen und 17,7 Millionen Tonnen
Alle Zahlen zum zweiten Quartal/ersten Halbjahr 2024 bei der BASF finden Sie hier.







