Aus einem Hersteller von Armaturen für die Öl- und Gasindustrie entwickelte sich das Unternehmen zu einem Anbieter von metallisch dichtenden Kugelhähnen und Bohrlochkopfsystemen für Anwendungen in verschiedenen Bereichen der Energiewirtschaft.
Die Produkte des Unternehmens finden heute in verschiedenen Bereichen Einsatz, darunter Öl- und Gas, Geothermie, Energiespeicherung sowie Wasserstoffanwendungen und Carbon Capture Storage and Utilization (CCUS).
Synergien ebnen den Weg
Die Entwicklung von Hartmann Valves verlief über Jahrzehnte parallel zu den Veränderungen in den Energiemärkten. Erfahrungen aus der Öl- und Gasindustrie flossen später in Anwendungen der Chemieindustrie, Energiespeicherung und Geothermie ein.
Mit dem Ausbau von Wasserstoff-Projekten und CCUS kamen weitere Einsatzfelder hinzu. Die genannten Anwendungsfelder stellen Anforderungen an Druck-, Temperatur- und Dichtheitseigenschaften der eingesetzten Armaturen und Bohrlochkopfsysteme.
Vom Schieber zum metallisch dichtenden Kugelhahn
1946 gründete Werner Hartmann das Unternehmen in Ehlershausen. Ab 1949 gehörten Schieber für die Öl- und Gasindustrie zum Produktprogramm. In den 1950er-Jahren entwickelte das Unternehmen eigene Kugelhahnkonstruktionen. Zwischen 1956 und 1959 wurden entsprechende Patente in Deutschland, Österreich und den USA angemeldet und erteilt. Damit begann die Entwicklung eines Produktbereichs, der bis heute Bestandteil des Unternehmensportfolios ist. In den folgenden Jahrzehnten wurden Konstruktion, Dichtsysteme und Fertigungsverfahren kontinuierlich weiterentwickelt.
Eingesetzt werden Kugelhähne insbesondere in Anwendungen, die hohe Anforderungen an Druck-, Temperatur- und Dichtheitseigenschaften stellen. Neben standardisierten Produkten entwickelt Hartmann Valves auch kundenspezifische Lösungen.
Geothermie als langjähriges Anwendungsfeld
Die Geothermie gehört seit vielen Jahren zu den Anwendungsbereichen der Unternehmensgruppe. Bereits Ende der 1970er-Jahre war die damalige Celler Maschinenfabrik an einem Geothermieprojekt in Bruchsal beteiligt. Dort wurde ein Bohrlochkopf installiert, der später bei der Reaktivierung der Anlage erneut genutzt wurde.
Aus technischer Sicht bestehen Parallelen zwischen Geothermieprojekten und klassischen Untertageanwendungen. Hohe Drücke und Temperaturen sowie die Eigenschaften der geförderten Medien stellen entsprechende Anforderungen an Werkstoffe, Dichtsysteme und Konstruktion.
In Geothermieprojekten kommen sowohl projektspezifische Bohrlochkopfsysteme als auch metallisch dichtende Kugelhähne zum Einsatz.
Wasserstoff, Energiespeicherung und CCUS gewinnen an Bedeutung
Neben der Geothermie haben sich in den vergangenen Jahren weitere Einsatzfelder entwickelt. Dazu zählen Energiespeicherung, Wasserstoff sowie CCUS.
Die grundlegenden technischen Anforderungen bleiben dabei vielfach ähnlich. Dazu gehören die Auswahl geeigneter Werkstoffe, die Druck- und Temperaturbeständigkeit sowie die geforderte Dichtheit.
Bei Wasserstoff- und CO₂-Anwendungen kommen zusätzliche medienspezifische Anforderungen hinzu. Diese betreffen unter anderem Werkstoffauswahl, Dichtheitsanforderungen und die projektspezifische Auslegung der Komponenten.
Familienunternehmen in dritter Generation
Sein 80-jähriges Bestehen feierte das Unternehmen vom 20. bis 22. August 2026 in Ehlershausen. Heute wird Hartmann Valves von Werner, Christian und Martin Hartmann in dritter Generation geführt. Das Unternehmen beschäftigt rund 230 Mitarbeitende an den Standorten Burgdorf-Ehlershausen und Celle.








