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Welcher PFAS-Ersatz für welchen Einsatz?

Seitdem die jahrelang als unantastbar geltende Schmierstoffbasis PFAS verfemt, verfolgt und schließlich großflächig eingeschränkt wird, läuft die hektische bis panische Suche nach Alternativen. Was zunächst als „unlösbar“ hochgehyped wurde, verliert sein Panikpotenzial, seit nach und nach Ersatzstoffe präsentiert werden.

von | 15.07.25

OVE Plasmatec verfügt über sieben PFAS-freie Lacke und über viel Erfahrung in der Veredelung von elastomeren Oberflächen.
Quelle: OVE Plasmatech
Welcher PFAS-Ersatz für welchen Einsatz?

Spätestens seit Ende letzten Jahres tauchen immer mehr PFAS-freie Lacke auf, die den Niedergang des jahrzehntelang als unantastbar geltenden Beschichtungswunders vergessen machen sollen. Dabei gerät manchmal in den Hintergrund, dass manche Anbieter von Beschichtungen schon seit Jahren PFAS-freie Lacke einsetzen. Sie sind also keine Neuerscheinung.

Dennoch ist die wachsende Vielzahl an Alternativen bemerkenswert. Denn – um es vorwegzunehmen den einen Universal-Beschichtungslack gibt es nicht – und gab es auch vorher nicht. Umso wichtiger ist es, dass der Beschichter eine breite Palette an Lacken und die passende Expertise dazu anbieten kann, wie man sie anwendet und wofür sie am besten geeignet sind.

Vorab sollten Beschichter wichtige Fragen klären können

So verfügt beispielsweise das Beschichtungsunternehmen OVE Plasmatec aus Weil im Schönbuch nicht nur über bald sieben PFAS-freie Lacke, sondern auch über viel Erfahrung in der Veredelung von elastomeren Oberflächen. Dabei geht es keineswegs immer um Großserien ab Stückzahlen von einer Million aufwärts. So haben die Schwaben auch schon einen einzelnen Dichtungsring mit zwei Meter Durchmesser beschichtet. Entscheidend sind aber stets die passenden Lacke für die anwendungsspezifische Beschichtung von Elastomeren, vorwiegend von Dichtungen.

Um das herauszufinden, sollten im Vorfeld wichtige Fragen gestellt und beantwortet werden: Handelt es sich um eine statische oder eine dynamische Anwendung? Lässt sich der Lack einfärben? Für welche Einsatztemperaturen ist der geeignet? Mit welchen niedrigen Reibwerten kann er aufwarten? Reduziert er Steckkräfte? Erleichtert er die Montage und die Vereinzelung?

All dies sind zum Beispiel elementare Fragen. Genauso wichtig ist häufig, ob die Automobilbranche die Lacke freigegeben hat, ob sie LABS-konform sind, oder ob eine FDA- oder Trinkwasserzulassung vorliegt. Sollte der Beschichter hierzu keine passenden Antworten haben und nicht beraten können, ist Vorsicht geboten. Optimal ist, wenn er zur kompetenten Beratung auch das passende Produkt hat.

Erfahrung mit unterschiedlichen Anwendungen ist wichtig

Bei OVE Plasmatec kennen sie sich aus mit solchen Fragestellungen und Lacken. Schließlich feiert das Unternehmen dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen als GmbH. Die Erfahrungen mit der Veredelung von Elastomer-Oberflächen reichen sogar bis in die 1980er Jahre zurück.

„Da ist uns kaum eine Anforderung und Anwendung fremd“, betont Geschäftsführer Heiko Friedrich. Mit dieser Expertise im Gepäck pflegen sie auch die Kontakte zu ihren Kunden, hören zu und geben auch hin und wieder Anwendungstipps, wie sich Prozesse erleichtern oder verbessern lassen. In solchen direkten Kontakten liegt eben auch der Vorteil eines kleinen familiengeführten Mittelständlers.

Nicht immer lässt sich sofort sagen, welcher Lack für die Beschichtung des speziellen Anwendungsfalls der richtige ist. Kann ein Beschichter dann auch Tests anbieten, stärkt das sicherlich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Hierfür hat OVE Plasmatec seit Anfang 2024 ein eigenes Technikum im Einsatz. In verschiedenen Versuchsanordnungen begleiten die Experten einen möglichen Testprozess bis zur passenden Beschichtung.

PFAS-freie Lacke im eigenen Technikum testen

Für Beschichtungen setzt das Unternehmen vorwiegend Lacke von großen und namhaften Herstellern ein. Das sorgt für eine hohe und andauernde Liefersicherheit. Je nach Anwendungsfall sind die Lacke auch frei konfigurierbar. Für viele Kunden ist das ein wichtiger Punkt in ihrer Entscheidung für eine Zwei-Lieferanten-Strategie. Aktuell kann OVE Plasmatec sechs PFAS-freie Lacke einsetzen. Ein siebter wird im zweiten Halbjahr verfügbar sein.

Seit Herbst 2024 ergänzen drei Neuentwicklungen das Portfolio. So gibt es mit OVE20T eine PFAS-freie Wachsmischung, mit OVE25T einen PFAS-freien Polymerfestschmierstoff und mit OVE26T eine transparente PFAS-freie Silikonbeschichtung. Als OVE25X und OVE26X sind diese auch in den acht Farben gelb, orange, rot, grün, blau, weiß, violett und grau verfügbar. Für Differenzierungen, Identifizierungen oder die Erkennung durch Kameras in automatisierten Prozessen ist dies oft ein entscheidender Aspekt. Seit Jahren kommen darüber hinaus die beiden PFAS-freien Beschichtungen OVE13T auf Schmierstoffbasis Silikon und OVE95T, auf Schmierstoffbasis Kunstharzsilikon zum Einsatz.

Das IAD-Fachmagazin hat gemeinsam mit dem Dichtungshersteller IDT einen Podcast rund um die aktuelle PFAS-Diskussion veröffentlicht.

Hier geht’s zum Podcast

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