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Industriearmaturen setzen auf baldige Konjunkturerholung

Nach einer längeren Wachstumsphase hat die Industriearmaturenbranche im ersten Halbjahr 2026, wie erwartet, eine konjunkturelle Delle durchlaufen. Die Umsätze lagen um 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau (preisbereinigt minus 5 Prozent). Während das Inlandsgeschäft um 4 Prozent sank, gingen die Umsätze im Ausland um 5 Prozent zurück.

von | 25.08.26

Es wird heller: Konjunkturerholung in der Industriearmaturenbranche

„Die enorme Unsicherheit auf den Weltmärkten und insbesondere die Konflikte im Nahen Osten haben unser Geschäft zu Jahresbeginn deutlich belastet“, erläutert Axel Weidner, Vorsitzender des VDMA Fachverbands Armaturen und Gesellschafter der Mankenberg GmbH.

„Normalerweise profitiert unsere Branche von ihrer breiten Aufstellung über unterschiedliche Absatzmärkte hinweg. In den ersten Monaten des Jahres war jedoch in nahezu allen wichtigen Anwenderbranchen eine spürbare Investitionszurückhaltung zu beobachten. Das hat selbst unsere sonst sehr resiliente Industrie gebremst.“

Konjunkturerholung: Zuversicht kehrt zurück

„Die aktuelle VDMA-Konjunkturumfrage Armaturen zeigt, dass sich das Stimmungsbild in der Branche inzwischen merklich aufgehellt hat“, ergänzt Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin VDMA Armaturen. „Mehr Unternehmen rechnen wieder mit einer stabilen oder guten Geschäftsentwicklung. Nur noch wenige erwarten eine weitere Eintrübung der Lage. Auch der Blick auf die internationalen Absatzmärkte fällt wieder optimistischer aus.“

Positive Impulse kommen derzeit insbesondere aus den Bereichen Pharma, Schiffbau und Energie. Zudem erwarten viele Unternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten im wachsenden Verteidigungssektor.

„Besonders erfreulich ist, dass sich die positive Stimmung auch bereits in der Marktentwicklung bestätigt“, sagt Dorfer. „Die Ordereingänge zeigen seit einigen Monaten wieder einen klaren Aufwärtstrend.“

Erholung im zweiten Halbjahr erwartet

Vor diesem Hintergrund geht der Fachverband davon aus, dass sich die Geschäfte insbesondere auf den wichtigen Auslandsmärkten im zweiten Halbjahr wieder beleben werden. Für das Gesamtjahr 2026 wird derzeit eine Entwicklung auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

Zusätzliche Impulse erhofft sich die Branche von der internationalen Leitmesse Valve World Expo, die zum Jahresende erneut Fachbesucher aus aller Welt in Düsseldorf zusammenbringen wird.

Die Unternehmen wollen die Veranstaltung nutzen, um ihre Technologien einem internationalen Publikum zu präsentieren, neue Kontakte zu knüpfen und Geschäftsmöglichkeiten auszuloten.

Exportgeschäft behauptet sich

Die Ausfuhren erreichten in den ersten sechs Monaten 2026 einen Wert von 2,8 Milliarden Euro und legten damit leicht um 2,8 Prozent zu. Die Europäische Union bleibt die wichtigste Abnehmerregion. Das stabile Geschäft innerhalb Europas trägt wesentlich dazu bei, die Schwäche einzelner Märkte auszugleichen.

Innerhalb der wichtigsten Absatzmärkte kam es zu Verschiebungen. Die USA rückten mit einem Exportplus von 11,8 Prozent auf 313,1 Millionen Euro zum wichtigsten Einzelmarkt der Branche auf. China verlor dagegen deutlich an Dynamik und fiel hinter die USA auf Rang zwei zurück.

Die Exporte in die Volksrepublik sanken im ersten Halbjahr um 14,1 Prozent auf 266,9 Millionen Euro. Auf Rang drei folgte Frankreich mit Ausfuhren von 163,5 Millionen Euro (plus 1,4 Prozent).

„Der Zugang zum chinesischen Markt bleibt herausfordernd“, berichtet Axel Weidner. „Zum einen wachsen wichtige Anwenderbranchen dort nicht mehr so dynamisch wie in der Vergangenheit. Zum anderen berichten unsere Mitgliedsunternehmen zunehmend von Hürden beim Marktzugang und einer stärkeren Bevorzugung lokaler Anbieter. Das spiegelt sich in den rückläufigen Exportzahlen wider.“

Chancen durch Infrastruktur- und Wiederaufbauprojekte im Nahen Osten

Der Ausblick auf den Nahen Osten hat sich zuletzt wieder verbessert. Trotz der weiterhin angespannten geopolitischen Lage sehen viele VDMA-Mitglieder dort Chancen im Zuge künftiger Wiederaufbauprojekte und Infrastrukturinvestitionen.

„Die Perspektiven in wichtigen Auslandsmärkten haben sich spürbar aufgehellt“, resümiert Weidner. „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, kann unsere Industrie die Delle des ersten Halbjahres im weiteren Jahresverlauf überwinden.“

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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