Branche
FS Logoi

Deutschlands Gasleitungen bereit für den Wasserstoff-Transport

Laut einer aktuellen Studie des DVGW sind die im deutschen Netz verbauten Gasleitungen für den Transport von Wasserstoff geeignet.

von | 04.04.23

Deutschlands Gasleitungen bereit für den Wasserstoff-Transport
Deutschlands Gasleitungen bereit für den Wasserstoff-Transport
Deutschlands Gasleitungen bereit für den Wasserstoff-Transport

Die im deutschen Netz verbauten Gasleitungen sind für den Transport von Wasserstoff geeignet. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW). Damit ist eine große Hürde für den Wasserstoffhochlauf genommen.

Das Forschungsprojekt „Stichprobenhafte Überprüfung von Stahlwerkstoffen für Gasleitungen und Anlagen zur Bewertung auf Wasserstofftauglichkeit“ (SyWeSt H2) des DVGW kommt zu einem für den Wasserstoffhochlauf erfreulichen Ergebnis: Die Leitungen weisen keine Unterschiede hinsichtlich der grundsätzlichen Eignung für den Transport von Wasserstoff gegenüber Erdgas auf.

Deutsche und europäischen Gasleitungen überprüft

Die Studie wurde von Open Grid Europe und der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart durchgeführt. Für das Forschungsprojekt wurde ein repräsentativer Querschnitt der in deutschen und teilweise auch europäischen Gasleitungen verbauten Stähle extremen Betriebs- und Alterungseinflüssen unter Wasserstoff ausgesetzt und technisch geprüft.

Sowohl betriebsbedingte Alterung als auch die geforderte Bruchzähigkeit entsprächen den Erwartungen an eine sichere Verfügbarkeit, die Dekaden überdauern könne.

30 Mrd. Euro für die Umrüstung notwendig

Statt ein neues Gasnetz für den Transport von Wasserstoff aufzubauen, könne das bereits bestehende, über 550.000 km lange deutsche Gasnetz, umgerüstet werden. Die Gesamtkosten für die Umrüstung auf den Transport von Wasserstoff liegen schätzungsweise bei rund 30 Mrd. Euro.

Millionen Haushalte und Unternehmen mit Gasanschluss sind laut Studie bereits H2-ready oder können mit verhältnismäßig geringem Aufwand H2-ready gemacht werden. So lassen sie sich über die bestehende Infrastruktur zu 100 Prozent mit klimaneutralem Wasserstoff versorgen.

Damit für diese Umstellung ebenfalls vollständige Handlungs- und Rechtssicherheit besteht, hat der DVGW sein Regelwerk für den Einsatz von bis zu 100 % Wasserstoff angepasst und ergänzt es aktuell um weitere Standards.

„Bundesregierung muss dieses große Potenzial nun nutzen“

„Die Forschungsergebnisse sind wegweisend in die Wasserstoff-Zukunft. Von den drei Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette – Erzeugung, Transport und Nutzbarmachung – ist der Transport nun grundsätzlich gelöst. In Leitungsnetzen werden die Rohre auch weiterhin genutzt werden können, und nur einzelne Einbauteile oder Stationselemente sind zu ertüchtigen oder auszutauschen.

 

Das ist volkswirtschaftlich sinnvoll, denn wir können auf eine bestehende Infrastruktur mit einem über viele Jahrzehnte getätigten Investitionsvolumen in Höhe von rund 300 Milliarden Euro zurückgreifen. Die Bundesregierung muss dieses große Potenzial nun nutzen und den Weg in die Wasserstoffwirtschaft ebnen, um ihrem Anspruch an einen beschleunigten Klimaschutz gerecht zu werden“, erklärt Prof. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW.

Bessere Laufzeitprognosen für Gasleitungen

Für das Forschungsprojekt wurden Proben der in deutschen Gasleitungen verbauten Stähle umfassenden Messmethoden unterzogen, die gegenüber bisherigen Studien weitere Variablen wie zum Beispiel den Einfluss des Wasserstoffdrucks berücksichtigen.

Diese neuen Methoden ermöglichen genauere Lebensdauerprognosen und entsprechend länger prognostizierbare Betriebszeiten für Rohrleitungen. Dadurch lässt sich zugleich eine bessere Planung und Wartung des Gasnetzes zu.

Zum Abschlussbericht des DVGW-Projekts SyWeSt H2

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Die im deutschen Gasnetz verbauten Stahlrohre sind H2-ready (Quelle: insagostudio / iStock)

Jetzt Newsletter abonnieren

Die wichtigsten Branchen-News, regelmäßig in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

GEA führt AWP-Portfolio in Nordamerika ein
GEA führt AWP-Portfolio in Nordamerika ein

Die Erweiterung spiegelt die stetig wachsende Nachfrage nach zuverlässigen industriellen Kälte- und Heizungskomponenten wider. Diese werden insbesondere für Anwendungen mit höheren Drücken und Temperaturen in den Bereichen Lebensmittelverarbeitung, Kühllagerung, industrielle Fertigung und Schifffahrt in Nordamerika benötigt.

mehr lesen
Akquisition im Dichtungsmarkt
Akquisition im Dichtungsmarkt

Am 1. September wurde die Übernahme der M+R Dichtungstechnik GmbH durch die Trelleborg Group abgeschlossen. Die Akquisition erfolgte über den Geschäftsbereich Trelleborg Industrial Solutions; Verkäufer sind die österreichische Semperit-Gruppe sowie ein Minderheitsgesellschafter. Das Unternehmen wird ab sofort in den Konzernabschluss einbezogen.

mehr lesen
Next Genereation: KI‑gestützte Pipelineüberwachung
Next Genereation: KI‑gestützte Pipelineüberwachung

Krohne stellt mit PipePatrol NEO eine neue, ganzheitliche Lösung für Lecküberwachung, Diebstahlerkennung und Monitoring von Pipelines vor. Das Herzstück des Systems bildet NEPM (Neural Engine Pipeline Monitoring), die Technologie der nächsten Generation von Krohne für die kontinuierliche Überwachung des Rohrleitungsinneren.

mehr lesen
Einfacher gründen: Digitaler Kombiantrag startet
Einfacher gründen: Digitaler Kombiantrag startet

Im Juli hat die IAD bereits über die Initiative „Einfach machen“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung und die Pläne zum Bürokratieabbau berichtet. Das Thema bleibt spannend. Vor allem dann, wenn aus politischen Vorhaben konkrete Maßnahmen werden. Ein aktuelles Beispiel kommt aus der Gründerszene.

mehr lesen

Sie möchten unser Fachmagazin „Industriearmaturen & Dichtungstechnik“ unverbindlich testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen „Industriearmaturen & Dichtungstechnik“ kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Cover 01-2026_klein